Dienstag, 11. November 2014

Canada rocks: Moxy - Part One 1974-1976

Bevor ich beginne muss ich anmerken, dass die Idee hinter dem Ganzen ursprünglich einen anderen Ansatz hatte. An sich wollte ich nur einen groben Überblick über die kanadische Rockszene, abseits von Rush, Anvil und Co bieten. Durch eine Mail und einen Kontakt , die mich über Facebook erreicht haben wurde mir aber schnell klar, das ein grober Überblick das falsche Ziel wäre. Dazu kommt noch, dass ein bestimmtes Magazin gefühlt in jeder Ausgabe zehn Seiten dem Herrn Bonamassa widmet, es aber nicht schafft, etwas über die kanadische Szene zu schreiben was auch nur den Umfang einer Randnotiz übertrifft.

Ich habe das Konzept jetzt umgeworfen und werde unter dem Oberbegriff „Canada rocks“ regelmäßig eine Band aus dem Land des Ahornblatts vorstellen. Ich wähle nur Bands aus, mit deren Material ich vertraut bin und die in Deutschland bzw. Europa nie einen großen Status erreichten, in ihrem Heimatland aber schon recht bekannt waren. Persönliche Kontakte zu bzw. Interviews mit ein paar der Szeneprotagonisten sollen das Tüpfelchen auf dem i werden. Zu den einzelnen Alben werde ich allerdings nur eine kurze Meinung abgeben. Sollte die History einer Band recht umfangreich sein, werde ich die Artikel aufteilen.

Die erste Band, die hier Einzug findet, dürfte zumindest dem Namen nach einigen Leuten bekannt sein.

MOXY entstanden 1974 in Toronto aus den Überresten von LEIGH ASHFORD, einer Band, die von 1966 bis 1974 existierte und bei der neben den noch zu nennenden Moxy-Membern auch Greg Godovitz (später bei GODDO) und Gil Moore (später bei Triumph) mitmischten.
Dass Ur-Lineup von MOXY bestand aus Sänger Buzz Shearman, Gitarrist Earl Johnson sowie Terry Juric am Bass und Bill Wade an den Drums. Es gab immer wieder Gastspiele von anderen Musikern, zuviel um Alle aufzuführen. Erwähnenswert sind auf alle Fälle Mike Reno (LOVERBOY), Woddy West (STAMPEDERS), Doug MacAskill (STAMPEDERS & ARROWS), Alex Machin (A FOOT IN COLD WATER &CHAMPION) sowie Russel Graham (KILLER DWARFS)

Die Aufnahmen für das erste selbstbetitelte Album, auch „I“ oder „Black“ genannt, fanden allerdings nicht in der Heimat der Band sondern 1975 in Kalifornien statt, nachdem die Band aufgrund ihrer LEIGH ASHFORD-Vorgeschichte einen Vertrag bei Polydor bekam.
Während der Aufnahmen kam es zu einer netten Anekdote. Ein gewisser Tommy Bolin (Ja, genau der) übernahm einen Teil der Gitarrenparts, (primär die Solos) die Earl Johnson eigentlich alleine einspielen sollte. Johnson legte sich nämlich mit Produzent Mark Smith an und der schmiss ihn kurzerhand aus dem Studio. Die Band war beeindruckt von dem Sound, den zwei Gitarren bei einer Aufnahme ausmachten und holten sich nach ihrer Rückkehr nach Toronto Buddy Caine, einen ehemaligen Bandkollegen von Johnson ins Boot. Ursprünglich wollten sie ihn nur für die anstehende Tour engagieren um den „fetten“ Doppelgitarrensound auch auf der Bühne zu haben, er wurde dann aber festes Mitglied der Band. MOXY tourten erst intensiv durch Kanada und hatten im Herbst 1975 einen kleinen Hit in ihrer Heimat mit dem Song „Can't you see i'm a Star“. Da der Song sich immer weiter verbreitete und nun auch in den USA massives Airplay bekam, wurde die Tour dort fortgesetzt. Große Unterstützung bekamen sie dabei auch von dem Radio-DJ Joe Anthony von Kiss_FM aus San Antonio,
bei dem sie auf der US-Tour auch einen Interview-Termin hatten. Angeblich stellte Earl Johnson an Joe Anthony die Frage, welche Songs er denn vom Moxy Debut spielen würde und Anthony antwortete 'Zuerst spielen wir die eine Seite, dann die Andere'. Das führte dazu, dass die Songs „Moonrider“, „Fantasy“ und „Sail on, sail away“ lange Zeit in der Top 20 von Kiss-FM verblieben. Joe Anthony unterstützte die Band danach auch weiterhin, aber dazu kommen wir noch.

Das intensive Touren zahlte sich für die Band aus. Nicht nur das die Band mittlerweile gößere Headlinerkonzerte geben konnt, auch der Vertrag mit Polydor wurde verlängert, das Debut wurde wiederveröffentlicht, diesmal mit Mercury für den weltweiten Vertrieb.

Das MOXY-Debut kann man ohne Frage als großartiges 70er Hardrock Album bezeichnen. Die Erfahrung, die die Bandmember durch ihre Vorgeschichte schon hatten, merkt man dem Album an jeder Ecke an. Herausragend sind für mich „Moonrider“ und mein persönlicher Hit „Sail on, sail away“.

1976 nahm die Band ihr zweites Album, schlicht „II“ betitelt in Angriff. Diesmal fanden die Aufnahmen aber in der Heimat der Band statt, in den Soundstage-Studios in Toronto. Als Produzent fungierte Jack Douglas, der auch schon für AEROSMITH tätig war.
Durch den jetzt bestehenden, weltweiten Vertrieb erregte die Band auch international Aufmerksamkeit, nicht nur im Radio, auch Magazine äußerten sich sehr wohlwollend über die Band. Das britische Magazin „Sounds“ , insbesondere der Redakteur Geoff Barton waren so begeistert von MOXY, dass es seinen Lesern ermöglichte, das Album für den Preis von nur 1,50 britischen Pfund zu erwerben.
MOXY gingen wieder auf Tour. Zuerst wieder in Kanada wo sie, Ontario, Quebec und andere Teile von Kanada bereisten. Danach ging es nach Texas, als Opener für BLACK SABBATH und BOSTON. Und wieder schafften es einige Tracks des Albums, darunter „Midnight Flight“ und „Take it or leave it“ bei vielen Radiostationen in die höchsten Ränge.

„II“ ist ein gutes Album geworden, auch wenn ich sagen muss, dass ich es persönlich nicht so stark wie das Debut finde. Herausragend sind für mich „Midnight Flight“ und „Wet Suite“, es fehlen aber so starke Songs wie „Sail on, sail away“ wie auf dem Debut.

Im nächsten Teil stolpern wir über Namen wie AC/DC und die RAMONES und erleben, wie die Band durch den Weggang ihres Sängers, durch das intensive Tourleben und aus anderen Gründen die ersten Rückschläge erlebt.




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