Dienstag, 28. Oktober 2014

Riot V - Unleash The Fire


Ganz ehrlich: ich habe mir von dieser Scheibe absolut NICHTS erwartet. Zu lange war es her, dass mich Riot auf Albendistanz wirklich vom Hocker hauen konnten (das wäre dann wohl zu Zeiten der sträflich unterbewerteten „The Brethren of the Long House“ der Fall gewesen!), und ob eine Fortsetzung der Bandgeschäfte nach dem viel zu frühen Tod von US-Metal-Legende/Bandgründer Mark Reale denn nun wirklich Sinn machen würde? Da war ich sicherlich nicht der einzige, der da etwas ins Grübeln kam. Erste Vorschusslorbeeren wurden interessiert, aber nach wie vor nicht ohne Skepsis aufgenommen, aber verflucht, mit dem, was uns die Jungs hier auftischen, hätte ich im Leben nicht gerechnet!


Als da wäre nämlich: das beste traditionelle Heavy Metal-Album des Jahres. Das Album, das der mittlerweile allzu zahlreich versammelten Retro-Jungspundszene mit der Macht von Jahrzehnten an erspielter Routine, aber doch mit der jugendlich anmutenden Frische einer neugeborenen Inkarnation über die volle Spielzeit zeigt, wo der Barthel den Most holt. Das Album, auf dem „Thundersteel“-Veteran Don van Stavern und der langjährige Reale-Weggefährte Mike Flyntz eine Mannschaft zusammengestellt haben, die vor Spielfreude nur so strotzt und mit dem einigen vielleicht schon aus dem Umfeld von ex-Virgin Steele-Saitenhexer Jack Starr her bekannten Sänger Todd Michael Hall den nächsten völlig überragenden Stimmbandgott der langen Riot-History präsentiert. Mit einem Mann in dieser Form in Front wird kaum jemand Tony Moore vermissen.

Nicht zuletzt aber ist es das Album, das in nahezu perfekter Form – sogar Savatage in der alles andere als schlechten Stevens-Ära bleiben da in bezug auf Criss Oliva etwas zurück! - den verdienten Tribut an den verstorbenen US-Metal-Gottvater Reale darstellt. Songwriting, Cover und Texte bilden diesbezüglich eine derart perfekte Einheit, so dass man sich gerne vorstellt, dass Mark das Projekt zustimmend aus dem Metalhimmel abnicken würde, und sollten „Fire Down Under“-, „Thundersteel“- wie auch „Nightbreaker“-Fans gleichermaßen begeistern. Anspieltipps spare ich mir hier mal vollständig, das Album verzichtet eh vollends auf Ausfälle irgendwelcher Art. Drum schmeißt das Teil einfach in den Player, erhebt mit mir das Glas auf Mark – und trinkt gleichzeitig darauf, dass diese Band auch eine Zukunft hat. Well done, boys. (EZ)

Label: SPV/Steamhammer
Veröffentlichung: 24.10.2014

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