Samstag, 28. Juni 2014

Under The Church - Under The Church (EP)


Death Metal der alten Schule spielt heute scheinbar jeder wahllos herbeigelaufene Hinz oder Kunz – Zeit, mal wieder ein paar Veteranen des Genres zu Wort kommen zu lassen. Aber Moment, who the fuck are Under The Church, an die kann ich mich gar nicht erinnern? Dann sollte es aber spätestens bei Nennung des Namens Nirvana 2002 laut klingeln! Die zockten weiland auf ihren gefeierten Demos astreinen Sunlight-Tod der Güteklasse A, lösten sich dann aber viel zu früh auf, um noch was vom Entombed-Kuchen abzukriegen. Zum Release von Daniel Ekeroths Szenebibel „Schwedischer Death Metal“ feierte man viele Jahre später eine einmalige Live-Reunion, und ihr Gesamtwerk erschien dann auch kompiliert auf einer brillant aufgemachten CD. Durch all diese Aufmerksamkeit bestärkt haben zwei Drittel der Truppe offenbar wieder Blut geleckt – alleine der zuletzt mal wieder mit Entombed gesichtete Orvar Säfström fehlt hier und heute, für ihn griff sich Drummer Erik Qvick auch gleich den Sechssaiter, während am Mikro mit Mik Annetts ein Australier Aufstellung bezogen hat - und wagen unter dem Banner von Under The Church nun einen Neuanfang.


Mit einem fantastischen Demo debütierte man bereits letztes Jahr über Bandcamp, jetzt liegt also auch ihre erste EP vor (die auch die drei Demosongs beinhaltet). Ihr oldschooliger Schweden-Death mag wohl dem Entrails-kompatiblen Entombed-Logoklau auf'm Cover zum Trotz keine hundertprozentige Fortführung der alten Nirvana 2002-Tage darstellen, ist aber auch keine stilistischen Welten davon entfernt. Alleine an den deutlichen Autopsy-Einschlag in den extremeren Momenten der Platte – doomig daherschlurfende Gemeinheiten in einem „Haunted By Demons“ einerseits, rasend schnelles Geknüppel im Titeltrack an anderer Stelle – könnte ich mich von ehedem nicht in diesem Ausmaß erinnern. Alles andere ist klassische Stockholm-Schule, inklusive der stilsicher schwarzweißen, sehr minimalistischen Aufmachung des Booklets, da fehlen eigentlich nur die wahrscheinlich aber eh wieder nur von Tod und Verderben, Zombies und lovecraftian abominations und anderem uuuaaarrrgghhhh handelnden Lyrics in Pseudo-Schreibmaschinen-Schriftsatz, um das Bild zu komplettieren. Und wer sich an diesem Sound auch anno 2014 noch nicht satt gehört haben sollte – das Angebot ist zugegebenermaßen riesig im Moment – der stellt sich das Teil getrost neben die olle Nirvana 2002-CD ins Regal und freut sich einen Ast, dass die noch gar nicht mal sooo ollen Säcke auch immer noch /mittlerweile wieder im Geschäft sind. Runde zwanzig Minuten gute Laune für die Jünger des alten Kultes garantiere ich hiermit – wer von seinem Death Metal so was wie neue Ideen oder zeitgemäße Sounds verlangt, ist hier aber natürlich völlig an der falschen Adresse. (EZ)


Label: Pulverised Records
Veröffentlichung: 16.06.2014

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