Donnerstag, 22. Mai 2014

Gluttony - Beyond The Veil Of Flesh

Sie kommen mit beeindruckender Konstanz: diese Art Alben, die ich im Geiste mittlerweile als Wohlfühl-Death Metal abgespeichert habe. Du fühlst Dich vom ersten Ton an bei ihnen zuhause, als hättest Du sie seit 1991 im Schrank stehen - und auch wenn sie dem Genre herzlich wenig neue Aspekte hinzufügen können, die nicht in eben diesem Jahre hinreichend perfektioniert wurden, ist das alles doch so unverschämt perfekt inszeniert worden, dass man gar nicht anders kann, als sie gewaltig lieb zu haben. Bisherige Beweisstücke beinhalten u.a.: Entrails, Interment, Evocation (die erste!), Slaughterday, Lifeless und wie sie nicht alle heißen. Und dieser Reihe fügt Ihr jetzt bitte mental den Namen "Gluttony" hinzu!


Die kommen (woher sonst?) aus dem schönen Schweden und rekrutieren sich im wesentlichen aus den dort ansässigen Hopefuls My Own Grave. Zu Demozeiten hatte man dazu noch Jonas Jansson von den erwähnten Interment am Mikro aufgestellt, diesen mittlerweile aber ebenso stilsicher durch Magnus Ödling (Setherial, ex-Diabolical) ausgewechselt. Das Ergebnis ihres Schaffens erinnert am ehesten an den ohrwurmigen Höllengroove, den uns einst die Genre-Supergroup Bloodbath zu Zeiten ihres legendären Debüts "Resurrection Through Carnage" vorturnte - deren damaliges Mitglied Dan Swanö sorgte im heimischen Unisound-Studio auch für den überaus gelungenen, da zur Abwechslung mal wieder recht bodenständig rödelnden Mix. Wenn es denn mal flotter zur Sache zugeht (all hail "Raise The Dead"!), wird auch schon mal eine beachtliche, "Override Of The Overture"-verdächtige Intensität erreicht; im wesentlichen aber beschäftigt sich das Quartett nicht schwerpunktmäßig mit dem Brechen von Geschwindigkeitsrekorden. Textlich gibt's Zombies, Gedärme und den üblichen Unfug, also auch hier keine Experimente zu befürchten. Erstklassiger, sich seiner Roots immer bewusster Schwedentod halt.

Und nachdem sich Morbus Chron schon nach einem Album aus eben diesem Gemüsegarten verabschiedet haben, der jüngere Rogga Johansson-Stoff eher den Charakter von routinierter Pflichterfüllung als echter Leidenschaft hatte und es die ollen Autopsy ja nicht alleine richten können, dürfte meine Wenigkeit nicht der einzige sein, der mal wieder auf exakt das Lust hat. Oder? (EZ)





Label: Vic Records
VÖ: 23.05.2014


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