Samstag, 31. Mai 2014

Uriah Heep - Outsider


Murmeltiertag 2014 in dieser unserer Szene: die grauen Eminenzen von Led Zeppelin sammeln schon wieder fleißig Titelstories im Abo alleine dafür ein, dass man die eigenen Urzeitwerke nicht nur zu Re-, sondern wahrscheinlich mittlerweile auch schon zu Kontra-, Bock- und Hirschmasters wiederkäut und fortan den Rock-Yuppies aller Nationen als Statussymbol/Penisverlängerung aufmotzt bis zum Gehtnichtmehr, und die ewig fleißigen Zeitgenossen von Uriah Heep? Werden in der Regel unter ferner liefen abgehandelt, wenn überhaupt. Und hey, warum auch nicht, alles was die dieser Tage noch machen ist schließlich FUCKING NEUE MUSIK ZU SCHREIBEN! Und die hat es in sich: Nach der zehnjährigen VÖ-Pause, die auf das 1998er „Sonic Origami“-Album folgte und während der man schon mal den Eindruck gewinnen konnte, dass aus Heep jetzt auch so 'n typischer Nostalgie-only-Act werden würde, ist „Outsider“ schon die dritte Platte nach der Rückkehr. (Eine Debütvorstellung ist es allerdings für Neu-Bassist Dave Rimmer, der die vier Saiten von dem leider seinem Krebsleiden erliegenen Urgestein Trevor Bolder (R.I.P.!) übernehmen durfte.) Diese Jungs haben ihre Motivation wiedergefunden, keine Frage.

Donnerstag, 29. Mai 2014

California Breed - California Breed


Mit den grandiosen Black Country Communion befanden sich die Herren Glenn Hughes (v., b.) und Jason Bonham (dr.) völlig zu Recht auf der Erfolgsspur. Zumindest vor dem eher mittelmäßigen Drittwerk "Afterglow" und der damit verbundenen, sehr öffentlichen Trennung von Blues-Wunderknabe Joe Bonamassa zockte diese Band schließlich den famosesten klassischen Hardrock nach Manier von Hughes' Siebziger-Betätigungsfelder, den man in dieser unserer digitalen Ära noch zu hören bekommt. Kein Wunder, dass das eingangs erwähnte Duo daran gerne anknüpfen möchte. Wohlan: BCC ist tot - es lebe California Breed!

Donnerstag, 22. Mai 2014

Timo Tolkki's Avalon - Angels Of The Apocalypse


It was twenty years ago today...Naja, beinahe, aber lasst mir die minimale, dramatische Übertreibung, denn der Rückenaufdruck des heute morgen zufällig aus dem Schrank gezerrten, halb zerfallenen Stratovarius-Shirts („Fourth Dimension“-Tour) führte es mir nur um so deutlicher vor Augen, wie verflucht lange es schon her ist, dass ein gewisser Timo Tolkki zu den absoluten Heroes der melodischen Metal-Szene zählte, dessen Alben man sich als qualitätsbewußter Fan blind einpacken konnte. Aber spätestens mit dem Ausstieg bei der Band, die er einst prägte wie kein anderer, begann trotz teilweise mehr als respektabler Werke mit Revolution Renaissance („Age Of Aquarius“, Leute!) die Kritik überhand zu nehmen. Nicht immer zu Recht, aber da mögen wohl auch die Umstände des Bandsplits ihre Rolle gespielt haben.

Gluttony - Beyond The Veil Of Flesh

Sie kommen mit beeindruckender Konstanz: diese Art Alben, die ich im Geiste mittlerweile als Wohlfühl-Death Metal abgespeichert habe. Du fühlst Dich vom ersten Ton an bei ihnen zuhause, als hättest Du sie seit 1991 im Schrank stehen - und auch wenn sie dem Genre herzlich wenig neue Aspekte hinzufügen können, die nicht in eben diesem Jahre hinreichend perfektioniert wurden, ist das alles doch so unverschämt perfekt inszeniert worden, dass man gar nicht anders kann, als sie gewaltig lieb zu haben. Bisherige Beweisstücke beinhalten u.a.: Entrails, Interment, Evocation (die erste!), Slaughterday, Lifeless und wie sie nicht alle heißen. Und dieser Reihe fügt Ihr jetzt bitte mental den Namen "Gluttony" hinzu!

Freitag, 9. Mai 2014

Tori Amos - Unrepentant Geraldines

Man könnte es sich einfach machen und das alte Klischee aufwärmen, dass manche Wege gegangen und Reisen gemacht werden müssen, um zurück zu sich selbst zu finden. Ein Fünkchen Wahrheit scheint aber dran zu sein, denn wie Scarlet im titelgebenden "Scarlet's Walk"-Album erst quer durch das Land reisen musste, um mit sich ins Reine zu kommen, musste TORI AMOS sich scheinbar erst mit ihrem alten Songmaterial beschäftigen und es klassisch arrangieren ("Gold Dust"), musste mehrere Alben aufnehmen, die trotz vereinzelter Höhepunkte (die es auf jedem Amos-Werk gibt!) immer viel zu lang und verwirrend waren ("The Beekeeper", "Abnormally Attracted To Sin", "American Doll Posse"), musste gar, auch wenn es schwerfällt zu glauben, ein Weihnachtsalbum herausbringen ("Midwinter Graces") um schließlich wieder da zu landen, wo sie begonnen hat: Bei überwiegend ruhig arrangierten, stilistisch reduzierten und sehr intimen Songs - bei, Ladies and gentlemen, Sie ahnen es, "Unrepentant Geraldines".