Freitag, 18. April 2014

Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Spricht man über Progressive Metal, so fallen schnell und ganz selbstverständlich Namen wie WatchTower, Dream Theater, Fates Warning oder auch Zero Hour, Psychotic Waltz, Power Of Omens und gerne auch mal Anacrusis. Seltsamerweise taucht in fast keiner Aufzählung der Bandname MEKONG DELTA auf. Ob das nun mit dem berühmten Propheten im eigenen Lande zu tun hat oder schlichtweg dem Übersehen großartiger Klassiker wie "Dances Of Death", "The Music Of Erich Zann" oder dem vor vier Jahren veröffentlichten, fantastischen "Wanderer On The Edge Of Time" vermag ich nicht zu sagen. Eines ist jedoch klar: Das lange angekündigte und mehrmals verschobene neue Album gehört zu den ganz großen progressiven Werken der letzten Jahre und, ich nehme es vorweg, wer 2013 beim genialen Memento Waltz-Erstling ausgeflippt ist vor Begeisterung, muss dies zwangsläufig auch bei "In A Mirror Darkly" tun.

Versehen mit einer brillianten, glasklaren Produktion knallt einem die Mannschaft von Mastermind Ralph Hubert zu Beginn zwei insgesamt siebeneinhalb Minuten lange Instrumentalabfahrten vor den Latz, die direkt deutlich machen, dass es stilistisch genauso weitergeht wie auf dem "Wanderer": Deutlich klassikbeeinflusst, immer vertrackt bis aufs Äußerste, ohne jedoch den roten Faden des Songs zu vernachlässigen.
"The Armageddon Machine", das erste Stück mit Gesang von Martin LeMar, beginnt anschließend mit einem herrlich vertrackten Rhythmusfeuerwerk, aus dem sich dennoch einschmeichelnde Melodien hervortun, die tatsächlich ohrwurmigen Choruscharakter haben. Trotzdem: Breaklastiger als bei diesem Sahnestück waren WatchTower in ihrer Hochphase im übrigen auch nicht.
"The Silver In God's Eye" nimmt dann den Vertracktheitsgrad deutlich heraus und dreht stattdessen die Athmosphäre in eine etwas düstere Richtung. Ungewöhnlicher Track, der zuerst gar nicht zünden mag, den man aber nach wenigen Hördurchgängen nicht mehr missen möchte.
"Janus" ist dann wieder verschachtelter, dezent thrashlastiger Progressive Metal der Extraklasse, versehen mit fantastischen Melodylines, die ein Großteil der Konkurrenz heute leider einfach vergisst, aufzunehmen.
Und so geht weiter auf diesem Album, dass außer einem verbesserungswürdigen Coverartwork keine Schwachpunkte offenbart. "Inside The Outside Of The Inside" ist nicht nur der bisherige Songtitel des Jahres, sondern auch ein Instrumental, welches in dieser Klasse selbst Dream Theater nicht mehr schreiben. Die beiden abschließenden "Hindsight Bias" und "Mutant Messiah" stehen dann wieder ganz in der Tradition des Albumhighlights "Janus" und zeigen abermals, welch großartige, komplett unterbewertete Band sich seit 1987 (!) die Beine ausreißt, um selbige hier auf den Boden zu bekommen.
Mit "In A Mirror Darkly" MUSS es doch mal klappen! (MK)

Label: Steamhammer
VÖ: 25.04.2014

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen