Dienstag, 29. April 2014

Mechanical Organic - This Global Hive (Part One)

David Bellion ist nicht nur Sänger bei den gutklassigen Fracture sowie den großartigen Neue Regel, sondern war auch noch bei der Progressive Metal-Legende Vauxdvihl/Vaudeville als Mann am Mikro für unzählige Gänsehautmomente zuständig - die aber bis heute leider unveröffentlicht blieben. Keyboarder Eddie Katz (auch Ex-Vauxdvihl) hat seit 2005 mit MECHANICAL ORGANIC eine neue Band am Start und, das haben die wenigsten bislang auf dem Schirm, bereits drei Alben in Eigenregie veröffentlicht. Von diesen dreien ist das 2012er-Werk (hier ist erstmals Bellion am Gesang zu hören) das bislang überzeugendste und während der zweite Teil von "This Global Hive" in diesen Tagen erscheint, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf diese Band hier kurz hinzuweisen. Was haben wir also auf der Habenseite von MECHANICAL ORGANIC zu verbuchen?
Stilistisch ist das Ganze eindeutig dem Progressive Metal-Bereich zuzuordnen, man fühlt sich irgendwo in der Schnittmenge aus aktuellen Leviathan und (natürlich) Vauxdvihl sehr wohl, ohne das Frickelige von Neue Regel abzukupfern oder zu übernehmen. Auffallend sind die vielen (Sprach)-Samples, die in vielen Songs enthalten sind. So ziehen sich die zweieinhalb Minuten des Intros "Meek As A Dove, Wise As A Serpent" doch etwas sehr in die Länge und auch das Magnum Opus "The Dark Ones Know" (immerhin annähernd 20 Minuten lang) hätten ein paar Kürzungen gut getan. Dem gegenüber stehen aber recht straighte Proghämmer der Marke "Artistic Atrocities" oder "Intellectual Clones", die ein wenig wie gestraffte Power Of Omens tönen.

Einfach machen es einem die Australier auf jeden Fall nicht - man muss schon auf verschachtelten Progressive Metal stehen, man darf bei Keyboardsamples und elektronischen Spielereien nicht schreiend den Ohrensessel verlassen und auch nicht aufgeben, wenn ein Track nicht direkt beim dritten Mal zündet. Ich hatte das ganze Zeit das Gefühl, hier einem musikalischen Verwandten des aktuellen Leviathan-Albums zu lauschen.
"This Global Hive" wirkt in seiner hintergründigen Komplexität ein wenig wie sprichwörtliches Kopfkino - lässt man sich darauf ein und hört dieses glasklar produzierte Werk mehrfach am Stück, bevorzugt unter dem Kopfhörer, eröffnen sich Welten, die erforscht werden wollen und die einen, zumindest manchmal, das Ableben der grandiosen Vauxdvihl vergessen macht.
Mit dem letzten Stück "Belief Inoculation" gelingt den Jungs dann ein ohrwurmiger, an Fates Warning erinnernder Cliffhanger - und jetzt bin ich heiß auf "Part Two"!



Label: Eigenproduktion
VÖ: bereits erschienen

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