Mittwoch, 19. März 2014

Triptykon - Melana Chasmata

Und dann: Nichts als pure, teuflische Dunkelheit.

Eigentlich würde das als Beschreibung des zweiten, lange erwarteten TRIPTYKON-Werkes ausreichen, aber ein zufriedenstellendes Review wäre das natürlich nicht. 

"Alles beim Alten im Hause Warrior" wäre eine zweite Möglichkeit, der neuen, knapp siebzig Minuten langen Musik gerecht zu werden, denn "Melana Chasmata" knüpft musikalisch genau da an, wo der Genreklassiker "Eparistera Daimones" aufhört: Mit durch und durch negativem, nihilistischem und (Black/Doom-) Metal. Tom Gabriels hasserfüllte Vocals, die kilometerdicken Riffwalzen, das brachiale Drumming, welches ab und an tribalmässig für Abwechslung sorgt sowie die finsteren Vocals formen abermals ein Album, welches gemeinsam mit dem Dread Sovereign-Debüt die Besteigung des diesjährigen Finsterfrühlingthrons unter sich ausmacht.

"Tree Of Suffocating Soul" beginnt mit kurzem Feedbackfiepen, dann setzt die Doublebass ein, Gabriel rifft sich einen kurzen Schlenker in den Doom aus dem Handgelenk - und dann geht sie ab, die dunkle Luzie. Atemlose sieben Minuten später folgt das bereits von der Single bekannte "Boleskin House", welches geschickt den Fuß vom Gas nimmt und Drummer Norman Lonhard erstmals ermöglicht, seine Tribal Drum-Künste zu zeigen. Gabriels beschwörender Gesang scheint hier direkt aus der Hölle zu kommen.
Auch "Altar Of Deceit" startet ruhig, bevor dann nach einer knappen halben Minute die lavaartigen Doomriffs des Duos Gabriel/Santura den Hören langsam, aber verdammt sicher in einen Maelstrom des Wahnsinns ziehen, dem niemand Entrinnen kann. 
"Breathing" ist ein recht typischer, rasender und irgendwie auch nicht sonderlich spektakulärer TRIPTYKON/Celtic Frost-Banger während "Aurorae" dann wieder  mehr in die "Boleskin...."-Richtung geht. Die drei bösesten Songs folgen dann, ähnlich wie bei Dread Sovereign, am Stück: "Demon Pact" ist die reine Schwärze - die körperlich spürbare Boshaftigkeit wird hier durch das schleppende Tempo, die geschickt im Hintergrund genutzten Elektronikeffekte sowie den Vocals From Hell erreicht. "In The Sleep Of Death" ist nichts anderes als ein Doommeisterwerk, dessen Gesang besonders in Verbindung mit dem Text einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt Gabriels ermöglicht. Das hypnotisierende, sich gegen Ende immer mehr steigernde "Black Snow" (mit zwölfeinhalb Minuten gleichzeitig der längste Track der Scheibe) ist dann die Essenz TRIPTYKONs: Simple Riffs werden so lange wiederholt, bis man sich nicht mehr wehren kann, das Drumming ist hypnotisierend, der Bass trifft einen direkt in den Magen und die Gitarren tönen so tonnenschwer, dass jede Doomband der Erde glücklich wäre, mit diesem Sound arbeiten zu dürfen. Schwarzer Schnee, so muss er klingen.

Mit dem ruhigen, sphärischen Ausklang "Waiting" gibt es immerhin am Ende etwas Hoffnung, den Silberstreif am Horizont doch irgendwann zu erreichen.

Sicherlich ist "Melana Chasmata" kein Album, das man sich glücklich jeden Tag anhören mag, aber erstens war das der Vorgänger ja schon nicht und zweitens ist ein Gute Laune-Cabrio-Album wohl das letzte, was Herr Gabriel erschaffen möchte. In punkto schwärzestem Doom mit herunterziehender Black Metal-Attitüde kann diesem Mann und seinem TRIPYTKON derzeit kaum jemand Paroli bieten.

Ugh.

(MK) 

Label: Century Media
VÖ: 14.04.2014


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