Donnerstag, 6. Februar 2014

Slough Feg - Digital Resistance

(The Lord Weird) SLOUGH FEG sind eine der besten und beständigsten Metalbands der Welt. Glaubt ihr nicht? Dann mal aufgemerkt - die Fakten: Acht Alben hintereinander ("Digital Resistance" ist gar das neunte) hat man seit 1996 veröffentlicht, davon ist nicht eines durchschnittlich oder gar ein Ausfall. Stattdessen hat man über all die Jahre unzählige Klassikersongs geschrieben, die locker das Niveau derer, die immer genannt werden, wenn es um "Kauzmetal" geht, erreichen, wenn nicht gar häufig übertreffen. Dabei sind SLOUGH FEG niemals todernst vorgegangen, viele Songtitel sprühen nur so vor Humor und man hatte auch niemals Angst, stilistische Experimente einzugehen, ohne den bandeigenen roten Faden zu verlieren. Denn: Erkannt hat man SLOUGH FEG immer nach wenigen Sekunden, was am einzigartigen Gesang von Mike Scalzi und an seiner nicht minder fantastischen Art, vor Ideenreichtum nur so sprühendes Songmaterial aufzunehmen, liegt.
Lange Einleitung, kurzer Sinn: Auch "Digital Resistance" sprüht über vor ebenjener Genialität, die man unschwer schon beim Opener (Achtung:) "Bertrand Russel's Sex Den" überhören kann. Spätestens beim Titeltrack dann, mit seiner mitreißenden Gitarrenarbeit und den ohrwurmigen Strophenmelodien, gibt es kein Halten mehr und man weiß: Auch Album Nummer neun ist ein famoses, zehn Song langes Sammelsurium extraordinärer Songwritingkunst, die, ich bitte darum!, endlich mal von einer größeren Masse erkannt werden sollte.
"Habeas Corpsus" zeigt SLOUGH FEG dann von einer bislang kaum gehörten Seite: Tief verwurzelt in den 70ern biedert man sich nicht an an den gerade so hippen Retrorock, nein, man zeigt, wie man oldschool, folklastig, sloughfegig und gleichermaßen frisch und modern tönen kann. Beim Refrain "It's always gentle on my mind..." wird klar: Das hier ist ein weiterer Klassiker aus der Scalzi-Feder, ein Ohrwurm par excellance, den man auch nach Wochen nicht vergessen kann und der in der zweiten Hälfte mit einigen Weltklassesoli auftrumpfen kann.
Ich verzichte jetzt darauf, sämtliche Songs zu beschreiben - das ist bei SLOUGH FEG sowieso nur eingeschränkt möglich. Klar dürfte sein: Fans, die bereits einige der früheren Alben in der Sammlung stehen haben, werden um den herum 14. Februar freudestrahlend das Päckchen vom Briefträger erwarten oder, ganz oldschool und passend zum Titel, in den Plattenladen des Vertrauens wandern, um Teil der digitalen Resistanz zu werden.
Wer allerdings noch immer zweifelt, aber Lust auf eine der originellsten Bands der gesamten Metalszene (!!) hat, hier schlussendlich noch zwei Anspieltipps, nach denen man entweder süchtig nach mehr werden wird oder aber verständnislos mit den Schultern zuckt: "Ghastly Appendage" und "Habeas Corpsus". Oder aber ihr nehmt gleich das unten verlinkte "Laser Enforcer" und dann isses essig mit dem verständnislosen Zucken. (MK)

Label: Metal Blade
VÖ: 14.02.2014


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