Samstag, 15. Februar 2014

Nocturnal - Storming Evil

Deutsche Bands wie Ketzer oder Desaster, die seit Jahren die deutsche Szene irgendwo zwischen Thrash und Black Metal bereichern, erfreuen sich einer durchaus fanatischen Anhängerschaft. Zu dieser Gruppe nicht unbedingt Musik für Feingeister erschaffenden Spezies gehören seit dem Jahr 2000 auch NOCTURNAL, die mit "Storming Evil" etwas überraschend für mich ein thrashmetallisches Ausrufezeichen setzen und damit die bisherige Stilkonkurrenz in diesem Jahr (und auch die letztjährige, by the way) locker düpiert. Das vorliegende Album ist zwar erst das dritte vollständige Werk, demgegenüber besteht die Discography des Vierers aber aus sagenhaften 14 Singles beziehungsweise Split-7" in nicht einmal elf Jahren - ein wahrlich nicht schlechter Output!
Seit der letzten Single hat man sich nun erschreckend lange drei Jahre Zeit gelassen, um nun die bisher beste Scheibe der Bandhistorie auf die Fans loszulassen. Und die hat es in sich!
Das Cover, auf dem einem drei grimmige Kämpfer entgegenstürmen, hat dabei durchaus richtungsweisenden Charakter, denn man wird in der Tat zehn Mal vom kompromisslosen Stil der Mainzer niedergedrückt. Dabei gibt man sich wie schon in der Vergangenheit nicht einmal vordergründig die Mühe, auf Anspruch und Spielkultur zu setzen, wobei man NOCTURNAL keineswegs als musikalische Stümper bezeichnen kann. "Storm From The Graves" zeigt direkt eine stimmlich gereifte Tyrannizer, die gerne auch herrlich Vektor-like quiekt, ansonsten aber wie immer ihre Texte bösartig hervorkeift. Beim rasenden Inferno "Rising Demons" kann wohl niemand stillsitzen, "Ripping Knives" killt einen mit herrlich galoppelndem Riffing und das abschließende "Ruthless Darkness" ist dank seines eingängigen Riffs wohl DER Hit der Platte. Überhaupt gibt es unzählige Parts, bei dem man, so man denn im Auto sitzt, das Gaspedal gerne noch ein wenig näher dem Bodenblech kommen lässt - die zweite Hälfte des Knallers "Crushing The Bones" ist ein schönes Beispiel dafür.
Wie man auch schon an den Songtitel erkennt: Wer eine abwechslungsreiche, fein ziselierte und technisch hochklassige Thrash-Scheibe sucht, der darf dieses Review gerne verlassen. Wer aber eine natürlich produzierte, wunderbar den Spirit der 80er atmende Reminiszenz an die good ol' times möchte, der sollte sich einmal mit dem neuen NOCTURNAL - Werk und drei bis fünf Gerstenkaltschalten in die heimischen Gemächer zurückziehen. Thrash or die! (MK)




Label: High Roller Records
VÖ: 28.02.2014

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