Sonntag, 16. Februar 2014

Axxis - Kingdom Of The Night II (black and white edition)

Ich kann mich noch gut an den Tag im Jahr 1989 erinnern, als ich das AXXIS-Debüt „Kingdom Of The Night“ als schicke Picture-Disc erstand, die zwar abscheulich klang, aber die musikalisch genau meinem damaligen Geschmack entsprach. Eingängige Melodien en masse, ausschließlich Mitsing-Refrains, hoher Gesang und keinerlei erschreckende Härte – ja, das waren AXXIS damals. Und dafür stehen lustigerweise AXXIS auch heute noch, 25 Jahre nach der Veröffentlichung des Erstlings. Nach dem Release des zweiten Albums „II“ lernte man durch die Metalpresse, dass man als ernstzunehmender Metaller diese Dortmunder nicht gut zu finden hatte (wenn ich mich recht erinnere, hagelte es damals für „II“ nur so Niedrigswertungen im, hust, Metal Hammer). Man kann aber musikalisch von der grundsympathischen Band halten, was man will – sie zogen immer ihren Stiefel durch und schauten nur mal beim Flop „Voodoo Vibes“ nach links und rechts, was gerade angesagt war. Ihre Liveshows sind unterhaltsame Abende voller Hardrockhymnen und bei ihren Scheiben weiß man schon vorher, was man bekommt. Ja, liebe Hardrocker da draußen – traut euch ruhig, zu AXXIS zu stehen! Es tut nicht weh - und man kann ja nicht immer Tyrant's Reign oder S.A.Slayer hören, oder?



Pünktlich zum Jubiläum des Debüts schraubten die Mannen um Sänger Bernhard Weiß, dessen Stimme noch immer exakt so klingt wie 1989 (auch keine Selbstverständlichkeit), knappe anderthalb Stunden an neuen Songs zusammen, die, verteilt auf zwei CDs (eine „black edition“, die das härtere Material enthält und eine ruhigere „white edition“) genau das liefern, was man als AXXIS-Fan erwartet: Hardrock, mal flott („Beyond The Sky“, „Soulfire“), mal balladesk, immer super eingängig, kompetent gespielt, super gesungen und mit schönen Querverweisen auf die eigene Vergangenheit („Kingdom Of  The Night II“ oder „Living In A Dream“) versehen. Natürlich gibt es beim Songwriting nicht eine einzige Überraschung, viele Songaufbauten kann man direkt vorhersagen, einige Melodien könnten auch in der Schlagerparade stattfinden und bei den Gitarren-Soli wird oft nur die Chorusmelodie wiederholt - aber who cares? Es ist alles richtig gut gemacht, die gute Laune stellt sich automatisch ein und wenn man sich erst einmal vom Gedanken frei gemacht hat, dass AXXIS ja "eigentlich überhaupt kein Metal sind", ist alles in Ordnung und man wünscht sich den Sommer herbei.
Dass bei 22 neuen Songs nicht jeder ein Knaller ist, versteht sich von selbst („Mary Married A Monster“ musste nicht unbedingt in zwei Versionen aufgenommen werden, „Lass dich gehn“ ist richtig schlimm und auch „21 Crosses“ ist trotz gut gemeintem Tribut an die Loveparade-Opfer knapp über der Kitschgrenze), aber man findet dennoch eine locker zweistellige Zahl an Tracks, die man auch in ein paar Wochen noch unter der Dusche trällern wird. Genau, wie es mir noch heute mit Tracks wie „Tears Of The Trees“, „Living In A World“ oder „Touch The Rainbow“ geht.



Axxis – finde ich gut! Glaubt ihr nicht? Mir doch egal. (MK)


Label: Phonotraxx
VÖ: 28.02.2014


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