Mittwoch, 26. Februar 2014

Anarchos – Descent Into The Maelström (EP)

Nö, keine Angst, hier wird nicht heimlich, still und leise Asipunk auf diesen heiligen Seiten eingeschlichen: Anarchos kommen aus Holland (dementsprechend im Geiste eine englische Aussprache des Bandnamens zurechtlegen, gell?) und zocken auf ihrer ersten Fünf-Track-EP „Descent Into The Maelström“ - das frech bei den guten alten Carnage entlehnte Bandlogo deutet es an - oldschooligen Death Metal nach bester Early-Nineties-Manier. Für eine neu gegründete niederländische Kapelle derzeit beinahe schon revolutionär zu nennen, hat man dabei kein einziges (!) Asphyx-Mitglied an Bord (dafür könnte dem einen oder anderen der Name der Neunziger-Kultröchler Ulcerate Fester noch ein Begriff sein, der bei den Ex-Aufzählungen des öfteren fällt!), die Platten dieser Landsleute-Legende aber sicher das eine oder andere Mal zwecks Inspiration auf den bandeigenen Vinyltellern rotieren lassen.


Und gerade wenn man, wie bisher nur in Ausnahmefällen, die Riffs nach Manier dieser großen Vorbilder in doomiger „The Rack“-Tradition genüsslich auswalzt wie im deutsch betitelten Fiesling „Sarggeburt“, kommt das alles auch dank des authentisch rumpelnden Sounds schon sehr amtlich rüber. In schnelleren Gefilden, zu denen Anarchos eher mal neigen, schielt man hier nach Schweden (Dismember-Gerödel par excellence), dort ins weniger technikverliebte Florida (also höchstens mal gen Obi&Co.!), aber dabei niemals in Richtung von irgendwas, das allerspätestens nach 1995 veröffentlicht wurde. Sicher, originell ist anders, und songwritingtechnisch mag man auch keine Bäume ausreißen - aber verdammt, das Teil macht Spaß, und man hört den Burschen einfach an, dass sie ihr Handwerk nicht erst gestern gelernt haben. Meine Wenigkeit jedenfalls wird das Quintett, das später im Jahre auch sein Debütalbum nachschieben will, definitiv im Auge behalten. (EZ)



Label: Vic Records
VÖ: 28.02.2014

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