Samstag, 30. November 2013

Tad Morose - Revenant

Ist das klasse: zum Ende des Jahres hin rafft sich endlich auch die 2013 bisher eher spärlich in meiner Playlist vertretene Echtmetall-Prominenz auf! Nur kurz nach der famosen neuen Metal Church darf nun auch eine Kapelle gefeiert werden, die ich nach langer Abwesenheit schon gar nicht mehr wirklich auf der Rechnung hatte: Tad Morose aus dem schwedischen Bollnäs hatten vor unglaublichen zwanzig Jahren mit ihrem Debüt „Leaving The Past Behind“ die Szene betreten und sich im folgenden Jahrzehnt konstant den Ruf erspielt, neben ihren Stadtgenossen von Morgana Lefay eine der ganz wenigen europäischen Power Metal-Bands zu sein, die das „Power“ im Namen auch verdienen. Denn nach der ansatzweise Prog-beeinflußten Frühphase mit Originalsänger Kristian Andrén (später auch bei Memento Mori) und dem beherzten Wegrationalisieren der vollamtlichen Keyboard-Position wurde spätestens mit dem vierten Fulltime-Werk „Undead“ ein klarer Schwenk in Richtung klassischer US-Sounds vollzogen, der die Band in die Nachbarschaft von Acts wie Savatage oder Metal Church rückte.

Donnerstag, 21. November 2013

Mountain Throne - Stormcoven


Oh ha, was ist denn das? Hat DeMaio seinen Basssound von 1984 wiederentdeckt und ist dies gar nicht das lang erwartete Debüt von MOUNTAIN THRONE sondern ein unentdecktes Manowar-Demo von 1985? „Spirit Of Fate“ tönt aber auch nur zu Beginn nach den ehemaligen Kings Of Metal, danach erkennt man den angedoomten Heavy Metal der Baden-Württemberger, die bereits 2011 mit der EP „Serpent’s Heathland“ überzeugten, sofort. Nach einem Durchgang des nicht einmal 40minütigen Albums (wenn ihr mich fragt: die perfekte Länge!) werden mehrere Dinge klar: „Stormcoven“ rockt, und zwar ganz gehörig, „Stormcoven“ ist enorm abwechslungsreich geworden und „Stormcoven“ ist kein reiner Doom Metal, auch wenn dies einige erwartet haben. Vielmehr bietet der Erstling acht Mal klassischen Metal, bei dem sich niemand wundern würde, wenn als Erscheinungsjahr 1984 auf einer ranzigen Vinylrückseite stehen würde. Die Produktion ist herrlich basisch und klingt eher nach Proberaum und Schweiß als nach PC und Bits – eine Tatsache, die man heutzutage nicht häufig genug erwähnen kann.

Montag, 11. November 2013

Realmbuilder - Blue Flame Cavalry


Der Reiz, den oftmals als kauzig verschrieene Combos wie Slough Feg, Brocas Helm oder auch Tales Of Medusa für wenige Unverbesserliche ausstrahlen, ist schwer zu erklären. Ist es die Tatsache, dass man stolz ist, zu den wenigen „Auserwählten“ zu gehören, die die Bands überhaupt kennen? Ist es der bandseitige völlige Verzicht auf Genrekonventionen und die reine Lust am Drauflosmusizieren der Musiker, welches ihnen so ergebene Verehrer beschert? Oder ist es doch ein klein wenig das „Elitedenken“, welches Außenstehende dem KIT-Publikum gerne andichten möchten und bei dem ich mich bisher immer fragte, woher dieser Gedanke kommt? Ihr habt eure Powerwolf und Wacken, lasst uns unsere Manilla Road und unsere Turnhalle? Keine Angst, das wird keine weitere „Elite vs. Mainstream“-Diskussion hier, das ist der Versuch einer Einleitung zum dritten REALMBUILDER-Album, welches etwas überraschend noch im Dezember diesen Jahres veröffentlicht wird und welches, das direkt vorab, ein Hammer geworden ist.

Sonntag, 10. November 2013

Ravensire - We March Forward


"Iron Will" hieß das vor einem Jahr veröffentlichte erste Lebenszeichen der Portugiesen von RAVENSIRE, die sich damit nicht nur Freunde im europäischen Metalunderground machten, sondern direkt einen Plattenvertrag ergattern konnten. Eat Metal haben zugegriffen und veröffentlichen also noch im Jahr 2013 das Debüt „We March Forward“, welches mit Sicherheit über einige Swordbrothers-, Keep It True- und Headbangers Open Air-Verkaufstheken wandern wird.

Eingehüllt in ein genauso schmuckes Artwork wie es die EP schmückte (das schreit geradezu nach Vinyl, welches wohl Anfang 2014 kommen wird) gibt es für alle Anhänger europäisch gefärbten Fistraising Metals wenig Gründe, nicht schon beim kurzen Akustikintro den Betrieb aller Körperflüssigkeiten hochzufahren.

Dienstag, 5. November 2013

Metal Church - Generation Nothing

Die Diskrepanz zwischen dem lautstarken „Hurra!“ seitens der Metalszene einerseits, als die Metal Church-Reunion bekanntgegeben wurde, und dem kollektiven Abwinken andererseits, als es klar wurde, dass diese Reunion abermals im zuletzt aktiven, von Ronny Munroe gefronteten Line-up stattfinden würde, machte es klipp und klar: sonderlich viel Vertrauen hatte sich die Seattler Institution des Power Metal in letzter Zeit nicht gerade erspielt. Live mag diese Formation wohl überzeugt haben, auf Platte hingegen fehlten eingefleischten Jüngern der Metallkirche dann aber doch zu viele der etablierten Trademarks, die man in der Ägide von David Wayne (R.I.P.!) und Mike Howe auf die Welt losgelassen hatte. Da durfte man zweifelsohne skeptisch sein, zumal das Cover in alter Church-Tradition beinahe schon im Alleingang vom Kauf abschreckte. Was zur Hölle denkt man sich im Hause Vanderhoof eigentlich bei derartiger Minimaloptik? (Lyrics fehlen übrigens auch komplett...) Da hätte sogar noch eher das ganz ansehnliche Bandpic für eine würdigere Verpackung in „Blessing In Disguise“-Tradition herhalten können!

Sonntag, 3. November 2013

Avatarium - Avatarium

Die schwedischen Doom-Veteranen von Candlemass mögen zwar nach dem Abgang von Robert Lowe den Entschluss zum Semi-Ruhestand gefasst haben – Liveauftritte soll es fürderhin noch geben, neue Alben aber nicht mehr – aber daran, dass etwa Mastermind Leif Edling musikalisch nichts mehr zu sagen hätte, kann das gar nicht liegen, wie der vorliegende Erstling seiner neuen Band Avatarium beweist. Eher schon war ein neuer Name aufgrund des musikalisch wesentlich breiter ausgelegten Grundgerüsts vonnöten, das neben dem epischen Doom Metal von Candlemass (oder natürlich Black Sabbath) mal ebenso auf allerlei klassischen Siebziger-Hard Rock setzt. Blue Öyster Cult hier, Jethro Tull dort – aber vor allem mal Liebhaber der frühen Rainbow sollten sich „Avatarium“ flugs auf ihren Einkaufszettel schreiben. „Rising“ meets „Heaven & Hell“ ist doch nicht die schlechteste Ausgangslage, oder?