Freitag, 20. Dezember 2013

Nightwish – Showtime, Storytime (DVD)

So, Death Metal-Gerödel hatten wir fürs erste mal genug: I hereby declare open the 2013 Sacred Metal Kitsch Olympics. Astreiner Goldmedaillenfavorit natürlich: die Finnenbande von Nightwish mit ihrem neuen, pickepackevoll gefüllten Live-Paket. Das besteht, wie der Titel es andeutet, aus zwei Teilen – Tourdoku und Livemitschnitt vom diesjährigen Wacken Open Air. (Das dem Cover nach offenbar mittlerweile irgendwo nach Mittelerde verlegt worden ist.) Widmen wir uns zunächst mal erstgenannter, denn das Konzert als krönender Abschluss der Tour ist schon irgendwo das Ergebnis dessen, was in dem „Please learn the setlist in 48 hours“ getauften Streifen geschehen ist. (Der im übrigen größtenteils in finnisch mit englischen Untertiteln only stattfindet. Wäre da bei einer Band, die hierzulande immerhin zwei Nr. 1-Alben und ein paar weitere Top 10-Dinger in der Vita hat, keine Übersetzung zumindest in Textform drin gewesen?)

Samstag, 7. Dezember 2013

Slaughterday - Nightmare Vortex

Erinnert Ihr Euch noch an die Raumschiff Enterprise-Folge mit dem Spiegeluniversum, in der ein unrasierter Mr. Spock im Dienste einer faschistischen Föderation den Namensgeber für eine der besten Prog Rock-Bands unserer Tage markieren durfte? Nun, wenn es in dieser dunklen Parallelwelt auch einen spitzbartbewehrten Rodney Matthews geben sollte, dann könnte der eventuell ähnliche Visionen auf Leinwand bannen wie es Mark Cooper für das Debüt des dynamischen Duos Slaughterday getan hat. Alle Achtung: so und nicht anders muss ein Death Metal-Artwork – zumindest in meinem Universum – aussehen!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Blitzkrieg - Back From Hell

Schade: der ganz große Wurf, den ich mir nach dem famosen Satan-Comebackalbum „Life Sentence“ schon insgeheim erhofft hatte, ist Blitzkriegs erstes Werk seit 2007 leider nicht geworden. Dabei waren doch alle Voraussetzungen gegeben: Brian Ross ist nach wie vor bestens bei Stimme, wie schon der exzellente Opener und Titeltrack, der auch textlich nahtlos die olle Jack the Ripper-Thematik ihres Klassikers „Unholy Trinity“ fortführt, mit Gänsehaut erzeugenden, halfordesken Screams im Chorus klarmacht. Mit dem langjährigen Gitarristen Ken Johnson hat Brian auch jemanden an Bord, der als Songwriter zwingenderen, memorableren Stoff anschleppt als noch auf dem schwächelnden Vorgänger „Theatre Of The Damned“ vertreten war. (Der Rest der Besetzung wurde mal wieder vollständig ersetzt, u.a. ist mittlerweile Brians Sohn Alan an der zweiten Sechssaitenposition mit dabei.) Die Produktion ist vielleicht nicht perfekt, knallt aber immerhin recht authentisch. Und das liebenswerte, dilettantische Cover ist eh Blitzkrieg pur. Welcome back, Great Bird of Armageddon!

Samstag, 30. November 2013

Tad Morose - Revenant

Ist das klasse: zum Ende des Jahres hin rafft sich endlich auch die 2013 bisher eher spärlich in meiner Playlist vertretene Echtmetall-Prominenz auf! Nur kurz nach der famosen neuen Metal Church darf nun auch eine Kapelle gefeiert werden, die ich nach langer Abwesenheit schon gar nicht mehr wirklich auf der Rechnung hatte: Tad Morose aus dem schwedischen Bollnäs hatten vor unglaublichen zwanzig Jahren mit ihrem Debüt „Leaving The Past Behind“ die Szene betreten und sich im folgenden Jahrzehnt konstant den Ruf erspielt, neben ihren Stadtgenossen von Morgana Lefay eine der ganz wenigen europäischen Power Metal-Bands zu sein, die das „Power“ im Namen auch verdienen. Denn nach der ansatzweise Prog-beeinflußten Frühphase mit Originalsänger Kristian Andrén (später auch bei Memento Mori) und dem beherzten Wegrationalisieren der vollamtlichen Keyboard-Position wurde spätestens mit dem vierten Fulltime-Werk „Undead“ ein klarer Schwenk in Richtung klassischer US-Sounds vollzogen, der die Band in die Nachbarschaft von Acts wie Savatage oder Metal Church rückte.

Donnerstag, 21. November 2013

Mountain Throne - Stormcoven


Oh ha, was ist denn das? Hat DeMaio seinen Basssound von 1984 wiederentdeckt und ist dies gar nicht das lang erwartete Debüt von MOUNTAIN THRONE sondern ein unentdecktes Manowar-Demo von 1985? „Spirit Of Fate“ tönt aber auch nur zu Beginn nach den ehemaligen Kings Of Metal, danach erkennt man den angedoomten Heavy Metal der Baden-Württemberger, die bereits 2011 mit der EP „Serpent’s Heathland“ überzeugten, sofort. Nach einem Durchgang des nicht einmal 40minütigen Albums (wenn ihr mich fragt: die perfekte Länge!) werden mehrere Dinge klar: „Stormcoven“ rockt, und zwar ganz gehörig, „Stormcoven“ ist enorm abwechslungsreich geworden und „Stormcoven“ ist kein reiner Doom Metal, auch wenn dies einige erwartet haben. Vielmehr bietet der Erstling acht Mal klassischen Metal, bei dem sich niemand wundern würde, wenn als Erscheinungsjahr 1984 auf einer ranzigen Vinylrückseite stehen würde. Die Produktion ist herrlich basisch und klingt eher nach Proberaum und Schweiß als nach PC und Bits – eine Tatsache, die man heutzutage nicht häufig genug erwähnen kann.

Montag, 11. November 2013

Realmbuilder - Blue Flame Cavalry


Der Reiz, den oftmals als kauzig verschrieene Combos wie Slough Feg, Brocas Helm oder auch Tales Of Medusa für wenige Unverbesserliche ausstrahlen, ist schwer zu erklären. Ist es die Tatsache, dass man stolz ist, zu den wenigen „Auserwählten“ zu gehören, die die Bands überhaupt kennen? Ist es der bandseitige völlige Verzicht auf Genrekonventionen und die reine Lust am Drauflosmusizieren der Musiker, welches ihnen so ergebene Verehrer beschert? Oder ist es doch ein klein wenig das „Elitedenken“, welches Außenstehende dem KIT-Publikum gerne andichten möchten und bei dem ich mich bisher immer fragte, woher dieser Gedanke kommt? Ihr habt eure Powerwolf und Wacken, lasst uns unsere Manilla Road und unsere Turnhalle? Keine Angst, das wird keine weitere „Elite vs. Mainstream“-Diskussion hier, das ist der Versuch einer Einleitung zum dritten REALMBUILDER-Album, welches etwas überraschend noch im Dezember diesen Jahres veröffentlicht wird und welches, das direkt vorab, ein Hammer geworden ist.

Sonntag, 10. November 2013

Ravensire - We March Forward


"Iron Will" hieß das vor einem Jahr veröffentlichte erste Lebenszeichen der Portugiesen von RAVENSIRE, die sich damit nicht nur Freunde im europäischen Metalunderground machten, sondern direkt einen Plattenvertrag ergattern konnten. Eat Metal haben zugegriffen und veröffentlichen also noch im Jahr 2013 das Debüt „We March Forward“, welches mit Sicherheit über einige Swordbrothers-, Keep It True- und Headbangers Open Air-Verkaufstheken wandern wird.

Eingehüllt in ein genauso schmuckes Artwork wie es die EP schmückte (das schreit geradezu nach Vinyl, welches wohl Anfang 2014 kommen wird) gibt es für alle Anhänger europäisch gefärbten Fistraising Metals wenig Gründe, nicht schon beim kurzen Akustikintro den Betrieb aller Körperflüssigkeiten hochzufahren.

Dienstag, 5. November 2013

Metal Church - Generation Nothing

Die Diskrepanz zwischen dem lautstarken „Hurra!“ seitens der Metalszene einerseits, als die Metal Church-Reunion bekanntgegeben wurde, und dem kollektiven Abwinken andererseits, als es klar wurde, dass diese Reunion abermals im zuletzt aktiven, von Ronny Munroe gefronteten Line-up stattfinden würde, machte es klipp und klar: sonderlich viel Vertrauen hatte sich die Seattler Institution des Power Metal in letzter Zeit nicht gerade erspielt. Live mag diese Formation wohl überzeugt haben, auf Platte hingegen fehlten eingefleischten Jüngern der Metallkirche dann aber doch zu viele der etablierten Trademarks, die man in der Ägide von David Wayne (R.I.P.!) und Mike Howe auf die Welt losgelassen hatte. Da durfte man zweifelsohne skeptisch sein, zumal das Cover in alter Church-Tradition beinahe schon im Alleingang vom Kauf abschreckte. Was zur Hölle denkt man sich im Hause Vanderhoof eigentlich bei derartiger Minimaloptik? (Lyrics fehlen übrigens auch komplett...) Da hätte sogar noch eher das ganz ansehnliche Bandpic für eine würdigere Verpackung in „Blessing In Disguise“-Tradition herhalten können!

Sonntag, 3. November 2013

Avatarium - Avatarium

Die schwedischen Doom-Veteranen von Candlemass mögen zwar nach dem Abgang von Robert Lowe den Entschluss zum Semi-Ruhestand gefasst haben – Liveauftritte soll es fürderhin noch geben, neue Alben aber nicht mehr – aber daran, dass etwa Mastermind Leif Edling musikalisch nichts mehr zu sagen hätte, kann das gar nicht liegen, wie der vorliegende Erstling seiner neuen Band Avatarium beweist. Eher schon war ein neuer Name aufgrund des musikalisch wesentlich breiter ausgelegten Grundgerüsts vonnöten, das neben dem epischen Doom Metal von Candlemass (oder natürlich Black Sabbath) mal ebenso auf allerlei klassischen Siebziger-Hard Rock setzt. Blue Öyster Cult hier, Jethro Tull dort – aber vor allem mal Liebhaber der frühen Rainbow sollten sich „Avatarium“ flugs auf ihren Einkaufszettel schreiben. „Rising“ meets „Heaven & Hell“ ist doch nicht die schlechteste Ausgangslage, oder?

Samstag, 19. Oktober 2013

Motörhead - Aftershock

Wann auch immer in diesem Jahr der Name Motörhead in den News war, handelte es sich in der Regel um eine Hiobsbotschaft, die die angeschlagene Gesundheit der wohl größten lebenden Legende betraf, die die Szene aufzubieten hat. Ich weiß nicht, wie's Euch geht, aber ich bin mehr als froh, endlich mal über etwas anderes aus dem Dunstkreis von Lemmys Mannen reden zu können. Und nicht nur etwas anderes, sondern auch etwas sehr Positives, denn dem neuen Album „Aftershock“ hört man die Schwierigkeiten der jüngsten Zeit nicht nur zu keiner Sekunde an, es handelt sich bei dem guten Stück gar um einen Hammer vor dem Herrn, der die (alles andere als schlechten) letzten zwei Alben geradezu pulverisiert und so an die letzte Hochphase der Band anknüpft, die uns mit „Inferno“ und „Kiss Of Death“ schon zwei Spätklassiker allererster Güte beschert hatte!

Freitag, 18. Oktober 2013

Robin Beck - Underneath

„First Time“ - the only time? Die Anzahl der Artikel über US-Plüschrock-Chanteuse Robin Beck aus dem letzten Vierteljahrhundert, in denen nicht auf ihren vermeintlichen One-Hit-Wonder-Status in den Achtzigern angespielt wird, dürften traurigerweise nur zu vernachlässigende Zahlen erreichen. Ja, bei Frau Beck handelt es sich um die Dame, die uns anno 1988 mal ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk näherbringen wollte und die infolge dessen zur Belohnung ihr zweites Album („Trouble Or Nothing“) u.a. vom damals stets vielbeschäftigten Desmond Child auf den Leib geschneidert bekam – eine AOR-Hymnenparade vor dem Herrn, die eigentlich jeder Freund von Childs damaligen Arbeiten von Alice Cooper bis Bon Jovi im Schrank stehen haben sollte. Letzteres ist aber leider einfach nicht der Fall, und nach ein paar weiteren Versuchen, die zuweilen schon ärgerlich glatt polierte Fahrstuhlmusik (Elevator Oriented Rock?) beinhalteten, war trotz einer weiteren prinzipiell sehr eingängigen, aber aufgrund der kategorischen Unsexiness von Fastfood-Produkten kommerziell anscheinend nicht ähnlich verwertbaren Werbekampagne der Superstarzug dann halt irgendwann abgefahren.

Watain - The Wild Hunt

Gespannt war ich auf das fünfte Album der schwedischen Black Metaller von Watain ja schon. Immerhin hatte der Vorgänger mit dem überragenden „Waters Of Ain“ mal mindestens einen riesigen Klassiker für die Ewigkeit hervorgebracht, der mich wehmütig an die ollen Dissection-Tage zurückdenken ließ. Außerdem versprach der vorab vernommene Titelsong doch so glaubwürdig Bathory-Worship wie einst zu „Twilight Of The Gods“-Zeiten, und herrje: wenn ein so hervorragend aufgemachtes Vinyl wie dieses einen mit einem sirenengleich lockenden „Kauf' mich!“ anlacht, fällt das Nein sagen schon mal schwer. (Bevor jemand fragt: Von den Toten Hosen hab' ich trotzdem nix im Regal.)

Warning - Watching From A Distance

Anfang 2007, als WARNINGs Zweitwerk "Watching From A Distance" auch in Deutschland zu bekommen war ("offizieller" Release war Mitte Dezember 2006), versuchte ich mich bereits an einem Review. Das klang dann so:


"Warnings Zweitwerk ist eines der besten, erhabensten und schlichtweg brillantesten Doom Metal-Alben aller Zeiten. Punkt. Alle fünf Tracks bewegen sich auf dem selben, unverschämt hohen Niveau (und übrigens auch im selben Tempo...) und begeistern durch die Bank mit unsterblichen Melodien, fantastischen Gitarrenharmonien sowie einem Sänger, der ALLE seine Emotionen in seine Stimme legt - und zwar in einem Maße, wie ich es selten gehört habe. Sicherlich ist Patrick Walkers Stimme fernab jeglicher Perfektion, was aber nie egaler als hier war. Dieser Mann lebt für das, was er tut.
Ich mach es kurz und schmerzlos: "Watching From A Distance" (12:06), "Footprints" (7:31), "Bridges" (11:3), "Faces" (8:31) und "Echoes" (10:16) gehören ohne Zweifel in jede Doom-Sammlung - und eigentlich auch in jede Metalsammlung. Denn wer auch nur in geringstem Maße auf emotionale Musik steht, wird beim Warning-Zweitwerk hier vor lauter Trauer (oder auch vor Glück ob der musikalischen Genialität) vergehen."


Donnerstag, 17. Oktober 2013

Hail Of Bullets – III: The Rommel Chronicles

Ed Warby ist ein vielbeschäftigter Mensch. Am selben Tag, an dem er bereits mit dem Release des neuen Ayreon-Opus im Rampenlicht steht, erscheint mit dem dritten Album von Hail Of Bullets auch ein Zeugnis seiner musikalischen Wandlungsfähigkeit - und anders als bei Herrn Lucassen, wo er „nur“ als ewiger Gastmusiker agiert, auch noch jeweils eines seiner Songwriting- und Produzentenfähigkeiten. Deutlicher vom verträumten Prog Rock auf der anderen Spielwiese könnte sich der durchschlagkräftige Death Metal der All-Star-Band (zweimal Asphyx, dreimal Thanatos, einmal Gorefest. Wenn das kein niederländisches Who's Who des Todes ist?) schließlich kaum unterscheiden. In einem allerdings herrscht Gleichklang bei beiden Projekten: es handelt sich auch hier um ein Konzeptalbum. Während das Debüt noch Hitlers Russlandfeldzug thematisiert hatte und der Nachfolger sein Auge auf den Pazifikkrieg warf, beschränkt sich das Drittwerk auf das Leben und Handeln einer einzigen Person, nämlich Generalfeldmarschall Erwin Rommel – beginnt dabei aber, ein Novum für diese Band, bereits lange vor den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs.

Hamferð - Evst

Irgendwie seltsam, dass das ganze Jahr doomtechnisch eher mau war und auf einmal, beinahe parallel, zwei absolute Genrehighlights, die unterschiedlicher kaum sein können (Solstice und vorliegende HAMFERD), veröffentlicht werden. 

Zu Solstice findet ihr hier alles, was ihr wissen müsst, interessiert euch, ob HAMFERD etwas für euch ist, bleibt aber noch mal eben hier. 
Kurze Fanschichtrekrutierung: Ihr steht auf Anathema, als sie noch Growls in ihrer Musik versteckten? Ihr denkt, dass Warning oder 40 Watt Sun das Non Plus Ultra des Doom Metals sind? Ihr findet, dass man grundsätzlich Bands von den Faröer-Inseln unterstützen sollte? Ihr mögt Alben, deren Gitarrenmelodien sich gerne mal wochenlang in euren Gehörgängen festsetzen? Dann dürften HAMFERD genau das Richtige für euch sein, denn "Evst" wird in den einschlägigen Doomkreisen, da bin ich mir sicher, fast so einschlagen, wie es neue Trauerhymnen von Patrick Walker tun würden.

Solstice - Death's Crown Is Victory (EP)

New. Dark. Age. Alleine die Nennung dieser drei Worte sollte jedem Doom-Fan das Wasser in beliebige Körperöffnungen laufen lassen, war, ist und wird doch das 1998er-Album der Briten auf ewig ein Klassiker des Genres sein. Danach war in punkto Veröffentlichungen leider die Luft raus, außer zwei Coverversionen auf Split-Singles und einer (famosen) Compilation ("Only The Strong") gab es nichts mehr. Neun Musiker gaben sich alleine in diesem Jahrtausend die Klinke in die Hand, bevor sich 2011 das Line-Up endlich stabilisieren sollte. Paul Kearns heißt nun der Mann, der das schwere Erbe von Morris Ingram antreten muss (zwischendurch waren noch zwei andere Sänger am SOLSTICE-Mikro...)  - und, soviel sei vorab verraten, man muss sich erst einmal an die neue Stimme gewöhnen. 
Aber der Reihe nach.

Es lässt sich darüber streiten, ob vier neue Songs (von denen auch noch zwei dreiminüter als Intro bzw. Outro fungieren) nach 15 Jahren nicht vielleicht doch etwas wenig an Output ist, aber ich denke, wir sollten alle froh sein, dass Mr Walker und seine Bande überhaupt wieder mit etwas Neuem in unseren heimischen Playern stattfindet. Und es war ja von vornherein klar, dass erst einmal eine EP kommen wird.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ayreon - The Theory Of Everything

Nun ist es also wieder soweit: Herr Arjen bringt Prog-Rock aus Holland. Fünf Jahre ist es schon her, dass das mit seinem SciFi-Opus „01011001“ zum letzten Mal geschah, präsent war Lucassen aber auch in der Zwischenzeit durch das zweite Star One-Album und sein Solowerk „Lost In The New Real“ eigentlich immer. Nur der Ayreon-Name hatte seitdem etwas Ruhe: den wollte Arjen nämlich eigener Aussage nach erst dann wieder ausbuddeln, wenn er ihm etwas gänzlich Neues abgewinnen kann. Ist „The Theory Of Everything“, wie üblich ganz groß im standesgemäßen Doppelalben-Format produziert, etwas, das diesem hochtrabenden Anspruch gerecht werden kann? Größtenteils erfreulicherweise ja.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Mayfair - Schlage Mein Herz, Schlage


Progressive Metal-Fans, die Anfang der 1990er bereits süchtelnd nach den neuesten Demos „in mindestens Psychotic Waltz- oder WatchTower-Qualität“ lechzten, dürften über kurz oder lang über die Österreicher MAYFAIR und deren "Find My Screams Behind This Gate"-Tape gestoßen sein. Das nicht mal zwölfminütige Demo war wahrhaftig ein Meisterwerk und ist heute ein Klassiker, dem auch der Verfasser dieser Zeilen schnell verfiel und dies ab und zu auch noch immer tut. 1993 erschien das erste Album "Behind" und bereits da war klar, dass MAYFAIR den Terminus "progressiv" zu Recht trugen. Spätestens auf den Nachfolgealben "Die Flucht" und "Fastest Trip To Cybertown" musizierte man dann endgültig schranken-, genre- und schwerelos und so mancher Altfan wandte sich wundernd "gewöhnlicheren Progressivklängen" zu. Ende der 1990er war dann auf einmal die Luft raus und MAYFAIR wurden zur letzten Ruhestätte geleitet. 

Freitag, 11. Oktober 2013

The Gates Of Slumber - Ein Nachruf

THE GATES OF SLUMBER – 1998-2013. Ein Nachruf. (Teil 1)

I.

Bild
His eyes set upon you as you enter his lair
A cold stone vault at the foot of the stair
Like some vision from an evil dream
Yet none can wake you, or hear your scream.


Und ich wollte nie mehr geweckt werden. Diese vier Zeilen ertönten nach einem Klick auf den „Play“-Knopf auf der Myspace-Seite an einem Tag im April vor vier Jahren aus meinen PC-Lautsprechern. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von Heavy Metal keine Ahnung. Ich besaß außer der Hälfte des IRON MAIDEN Kataloges, „Ace Of Spades“ von MOTÖRHEAD und einer GRAND MAGUS-Scheibe keine nennenswerten Tonträger aus dem Genre. Ich trug häßliche EMP-Shirts von METALLICA, kannte innerhalb und außerhalb meines Landes genau zwei Personen mit dem annähernd gleichen Musikgeschmack und Nachmittags übte ich Lieder auf meinen Bass, deren bloße Nennung wahrscheinlich die Sperrung meines Accountes nach sich ziehen würde. Zwei Jahre später stehe ich an einem Tag im April in Lauda-Königshofen. Ich bin auf dem Weg zu einem BROCAS HELM-Gig, trinke ein Bier, unterhalte mich mit Underground-Metallern aus ganz Europa und trage ein THE GATES OF SLUMBER-Shirt. Eigentlich wollte ich diesen Nachruf auf die für mich beste Heavy Metal-Band aller Zeiten nicht mit irgendeiner Pathos-Scheiße starten: Aber ja, vier Zeilen eines Heavy Metal-Liedes können ein Leben verändern.


Grave – Necropsy – The Complete Demo Recordings 1986-1991

Nein, es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass die Schweden von Grave auf ihre ganz frühe Geschichte zurückgreifen. Die Demos einer der definitiven Death Metal-Kapellen ihres Landes gab es u.a. bereits als Bonus-CDs in ihrer Beinahe-Komplettbox „Death Unhallowed“, teilweise auf der Erstauflage ihres „Comebackalbums“ „Back From The Grave“ - und auch die vorliegende Compilation hatte Century Media vor einiger Zeit bereits auf Vinyl unters Volk gebracht. Aber für Schlafmützen wie den Verfasser dieser Zeilen, an dem der letztgenannte Release unsäglicherweise irgendwie komplett vorbei gegangen war und der für die Investition in die Box dann doch zu sehr Dagobert Duck war, ist „Necropsy...“ auf Doppel-CD für 'nen mageren Zehner der ideale Weg, letzte Wissenslücken zu schließen und ein Stück Death Metal-Geschichte ins Regal zu stellen.

Treblinka – Shrine Of The Pentagram (1987-1989)

Eigentlich bin ich ein großer Fan von Wiederveröffentlichungen wie dieser – es lässt sich problemlos argumentieren, dass die ganz frühe Demo-Ära zu den spannendsten in der schwedischen Death Metal-History zählt – aber hier hat sich das in dieser Spielart in den letzten Jahren wieder äußerst aktive Label Century Media zu einem klaren Fall von style over substance hinreißen lassen. Wie zur Hölle kann man das Œuvre einer gerade mal drei Jahre (!) in dieser Inkarnation bestehenden Band, das dazu noch aus nur läppischen neun (!!) Songs besteht, über die Länge von drei (!!!) CDs auswalzen? Proberaumgerödel, rumpelnde Liveauftritte galore, rein instrumentale Studio-Outakes, that's how. Ich bezweifle stark, dass die CDs Numero 2 und 3 aus dieser Box eine regelmäßige Hörerschaft finden werden, die weltweit über zweistellige Zahlen hinaus geht. Oder unterschätze ich da den Fanatismus der eingefleischten Johan Edlund-Fans, ohne dessen Beteiligung das hier wohl (bestenfalls) ein niedriger bepreister Rundling geworden wäre? Fanfreundlich geht schon anders.

Sonntag, 29. September 2013

Atlantean Kodex - The White Goddess

Verdammt, was habe ich dieser Platte entgegengefiebert! Drei lange Jahre ist es bereits her, seit Atlantean Kodex aus Bayern mit ihrem Debüt auch die Epic Metal-Welt außerhalb unseres gewohnt gut informierten Forums auf den Kopf gestellt haben. Aber gut Ding, um mal wieder das Phrasenschwein etwas zu mästen, will halt Weile haben, und so ist eigentlich schon nach den ersten paar Tönen des kurzen Intros „Trumpets Of Doggerland“, das das Album in der Tat mit Pauken und Trompeten einläutet, offenbart, dass sich hier absolut nix zum Schlechteren verändert hat – und dann gibt der aufmerksamen Besuchern der Kodex-Website bereits seit einiger Zeit bekannte Opener „Sol Invictus“ dem geplätteten Zuhörer eh den Rest. Fucking hell, tönt das mächtig. Detailreicher eingespielt, gekonnter produziert, etwas weniger archaisch vielleicht - „The White Goddess“ bedeutet in vielerlei Hinsicht einen ähnlich bedeutenden Schritt für den Kodex wie weiland „Nightfall“ für Candlemass nach der rootstreueren „Epicus...“. Zudem zeigt man sich vom Songwriting her noch souveräner: einen übermächtigen Chorus wie den eines „A Prophet...“ noch einmal zu toppen, hätte ich der Band kaum zugetraut, jetzt belehrt einen schon der erste Song eines Besseren. Oh me of little faith.

Dienstag, 24. September 2013

Ritchie Blackmore's Rainbow - Black Masquerade (DVD)

Oh je, die 90er: Hard Rock in der Diaspora. Legionen von einst erfolgreichen Kapellen verzweifeln an der Länge des „Your Ziegenbart must be THIS long to get some airplay“-Schildes am Eingang des MTV-Headquarters und kommen so teils auf die drolligsten Ideen. Remember Van Halen mit...prust...Gary Cherone? Blackie Lawless als siffiger Marilyn Manson-Wannabe? Oder Pink Cream 69, die urplötzlich entdeckten, dass es eigentlich schon immer ihr seligster Herzenswunsch war, allerlei nöligen Grunge in den Äther abzusondern? Alles im Namen der natürlichen Weiterentwicklung, of course.

Freitag, 20. September 2013

Dream Theater - Dream Theater

Mit dem siebten Album seit 2002 zeigen DREAM THEATER, dass sie nicht nur fleißig sind, die zumindest in weiten Teilen vorhandene hohe Qualität der Veröffentlichungen beweist, dass der kreative Output des Quintetts scheinbar nie versiegt. Es wird weiter alle zwei Jahre ein Album aufgenommen, das Fans blind kaufen dürfen. Auch der viel diskutierte Portnoy-Split konnte der Band nichts anhaben, war doch schon das programmatisch betitelte „A Dramatic Turn Of Events“ ein klasse Album mit zugebenermaßen, aber verständlicherweise etwas zu „auf Nummer sicher“ komponiertem Songmaterial.

Nun also, fast dreißig Jahre nach der Gründung, das erste selbstbetitelte Werk und es scheint, als wollen es die Fünf noch mal richtig wissen. Denn so locker-flockig, straight und frisch, aber auch so melancholisch klangen DREAM THEATER seit vielen Jahren nicht.

Sonntag, 15. September 2013

Fates Warning - Darkness In A Different Light

Es ist immer ein Gefühl, als würden die eigenen Kinder einem ein Messer in den Rücken stechen, wenn einstige Lieblingsbands, ehemalige Combos, die man vergöttert hat, nur noch Mist abliefern. Virgin Steeles DeFeis hat sein Songwriting-Rezept scheinbar seit Jahren verlegt, Queensryche bekommen mit dem nächsten LaTorre-Album noch eine einzige Chance bei mir, über Manowar brauchen wir uns hier wohl kaum mehr unterhalten und Dinge wie Cage, Death Dealer oder Aska, die ich früher kaum erwarten konnte, langweilen mich heute nur noch mit Billigheimerproduktionen. 

Zum Glück trifft das alles auf die neben Mercyful Fate/King Diamond beste Metalband aller Zeiten nicht zu, denn neun Jahre nach dem eigentlich von mir prophezeiten Abgesang "X" sind FATES WARNING mit einem richtig starken Album zurück, welches meiner bescheidenen Meinung nach die beiden Vorgänger locker in die Tasche steckt. Nur ein Ausfall bei zehn Songs ist auf jeden Fall ein hervorragendes Ergebnis, das viele etablierte Bands nicht mehr erreichen.

Donnerstag, 12. September 2013

Es war einmal...EDGE OF SANITY

Ein Reisebericht vom Rande des Wahnsinns, Schweden (wish you were here...)



Über Death Metal, insbesondere den schwedischer Bauart, wurde gerade in den letzten Jahren mehr als einmal hochkompetent fachgesimpelt. Muss da wirklich auch noch der offizielle Sacred Metal-Teilzeitelch seinen Senf dazustümpern - zumal er geheimnisgeschwängerte Enthüllungen der Marke „hach, der Ekeroth hat ja den superwichtigen Demoklassiker von Blasphemous Boys aus Bullerbü von anno '91 vööööllig unter den Tisch fallen lassen“ erst gar nicht im Ärmel stecken hat?



Jawoll, muss er - denn unser Thema des Tages lautet immerhin Edge Of Sanity, und über diesen Klassiker seiner Zunft kann man gar nicht genug lobende Worte verbreiten. Oft genug geht das Quintett aus der (laut Wikipedia bezeichnenderweise v.a. für seine Stahlindustrie bekannten) Kleinstadt Finspång ja in den einschlägigen Szene-Retrospektiven etwas unter. Die analog zu den amerikanischen Thrash-Heroen als die „Großen Vier“ ihres Stils bekannt gewordenen Platzhirsche Entombed, Dismember, Grave und Unleashed sind es im allgemeinen eher, die dem interessierten Neuzugang zwecks Hereinschnuppern ans Herz gelegt werden. Nicht einmal zu Unrecht - in der gut sortierten Schwedentod-Sammlung dürfen mal mindestens jeweils die ersten zwei Werke jeder dieser Formationen nicht durch Abwesenheit glänzen - aber es gibt halt mehr zu entdecken als das.

Samstag, 7. September 2013

Subsignal - Paraiso

Nach dem 1997er-Album "Uneven" geschah mit den deutschen Progressivos Sieges Even etwas Unerhörtes: Ein Stilwechsel! Weg vom verschachtelten (ohne jeden Zweifel bis dato hierzulande beinahe konkurrenzlosen) Kopfkino, hin zu mehr Gefühl, Wärme, Melodie und "Songs". Leider war nach zwei grandiosen Alben ("The Art Of Navigating By The Stars" und "Paramount" - beides verdammte Pflichtkäufe!) dann Schluss und die Herren Menses (v.) und Steffen (g.) gründeten SUBSIGNAL, deren zwei bisherige Werke die stilistischen Merkmale nahtlos fortführten.
Nun also "Paraiso". Die Platte klingt bereits nach den ersten Takten wunderbar vertraut, der Wohlfühlprog dringt wieder sofort in jede Pore, die Produktion ist abermals überwältigend gut (Leute, wenn ihr Alben zum Boxentesten benötigt, versucht es bitte mit den beiden letzten Alben von Sieges Even sowie dem Gesamtwerk SUBSIGNALS - viel größer können Platten kaum klingen!) und in die Melodielinien - bereits der Chorus zum Titeltrack (siehe Video unten) ist famos - möchte man sich am liebsten mit offenen Armen hineinfallen lassen. Probiert es aus mit dem Viereinhalbminüter "A Long Way Since The Earth Crashed", was einem trotz des Tites ein dickes Grinsen auf die Backen zaubert. Bei "The Blueprint Of A Winter" hat man sich die Dienste von Stream Of Passion-Sängerin Marcela Bovio gesichert, die ganz gut zu dem hochmelodischen Stil des Songs passt, den es übrigens tatsächlich auch als ganz echte Single auf der Bandhomepage zu kaufen gibt. Highlights hat, und das ist bei dieser Band nichts Neues, "Paraiso" zuhauf, schwächere Songs kann ich beim besten Willen keine finden. Mit dem Piano und der Akustikgitarre als allgegenwärtige melodieführende Instrumente muss man natürlich leben können, dann wird man mit Sicherheit auch an diesem Album monatelang seine Freude haben, zumal es bei aller vordergründigen Eingängigkeit einfach soviel zu entdecken gibt.

Also: wer die Band bisher verehrt hat, wird auch das Drittwerk lieben. "Paraiso", und dieses persönliche Fazit sei mir gegönnt, läuft mir gar noch besser rein als der beileibe nicht schwache Vorgänger "Touchstones". Tolles Album einer wirklich großartigen deutschen Gruppe! (MK)




Label: Zyx
Veröffentlichung: 27.09.2013

Memento Waltz - Division By Zero

Teilt man eine beliebige Zahl durch Null, und das wisst ihr hoffentlich alle noch aus langweiligen Mathestunden, so erscheint "error" auf eurem Taschenrechnerdisplay. Und mit einem solchen "Error-Geräusch", das PC-affine Menschen hassen werden, beginnt auch der erste Song "Omicron" der neuen Scheibe von MEMENTO WALTZ, die zumindest ich und eine handvoll Unentwegte heiß erwartet haben. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es sich bei dem Geräusch um keinen Fehler meiner Vorab-MP3-Fassung gehandelt hat, ging sie los, die Progressive Metal-Abfahrt. Wer die Vorgänger-EP "Antithesis Of Time" kennt, weiß, was ihn bei den Italienern musikalisch erwartet: Komplexer, anspruchsvoller, dennoch jederzeit nachvollziehbarer Progressive Metal, der, ich übertreibe nicht, mit seinen großen Vorbildern wie Zero Hour, Twisted Into Form oder auch Spiral Architect mithalten kann. Die letzten paar Zero Hour-Alben übertrifft "Division By Zero" sogar, denn MEMENTO WALTZ klingen wärmer, sind zugänglicher und schlicht abwechslungsreicher als die erwähnten US-Progger. In den knappen 40 Minuten des Albums gibt es auf jeden Fall eine Unmenge zu entdecken, es gibt "genre-typische" Instrumentalwahnsinnigkeiten, es gibt atmosphärischen, noch einmal stark verbesserten und sehr variablen Gesang, einen endlich mal fast durchgängig hörbaren Basse, gigantische Gitarrenleads - und es gibt vor allen Dingen das allerwichtigste: Sieben Songs, an denen man sich kaum satthören kann und die einem ziemlich brachliegenden Genre neue Impulse geben könnten. Das Album erscheint übrigens als Eigenpressung, da zwei der für diese Musik wie geschaffene Labels (eines aus Deutschland, eines aus den USA) die Platte ablehnten. Eigentlich komplett unfassbar, da "Division By Zero" eines der besten europäischen Progressive-Alben der letzten Jahre geworden ist. (MK)

Reinhören, march, marsch:
http://mementowaltz.bandcamp.com/

Kontakt: memento.waltz@facebook.com

Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 30.09.2013

Mittwoch, 4. September 2013

Haken - The Mountain

Wer hätte damit rechnen können, dass im durchaus nicht schwach besetzten Prog-Herbst, der immerhin neue Scheiben von Fates Warning, Dream Theater, SubSignal oder Thought Chamber zu bieten hat, die Briten HAKEN qualitativ ganz vorne mitspielen werden?
Das Debüt "Aquarius" von 2010 war eine gute, wenngleich auch kaum überragende Progscheibe, den Nachfolger "Visions" habe ich dann verpasst, aber "The Mountain" scheint die Band jetzt wirklich ganz nach vorne zu katapultieren.
Der erste Hördurchgang hat mich noch etwas fragend zurückgelassen und ich habe mich lieber der neuen Dream Theater-Platte zugewandt (da weiß/kennt man, was man hat), aber ich hatte immer diese eine Stimme im Hinterkopf: "Hör doch noch mal in die Haken rein, los, mach!" Und dann hat es, nach nicht ganz so langer Zeit wie bei der neuen Fates Warning, doch "klick" gemacht, und ich komme neben meinen derzeitigen Black Metal-Highlights kaum noch dazu, etwas anderes zu hören als den vorliegenden Berg.

Die Plattenfirma haut auf jeden Fall ordentlich auf den Putz, es befänden sich immerhin Musiker von Linear Sphere im Lineup und überhaupt fänden sich hier etliche Absolventen von Musikhochschulen. Mir egal, denn wenn das Ganze so komplett fantastisch klingt wie hier können sie auch auf der örtlichen Tom Angelripper-Schule in Gesenkirchen gewesen sein.
Als erstes fallen dem unbedarften Hörer (lies: mir) die wirklich überragenden Gesangsarrangements auf. Das betrifft nicht nur den hauptamtlichen Sänger Ross Jennings, sondern die perfekten Satzgesänge, die man seit dem Spock's Beard-Debüt kaum mehr zu hören bekommen hat. Dann erwischt man sich von Hördurchgang zu Hördurchgang mehr dabei, dieses eine, das Album durchziehende Hauptthema mitzusingen oder -zusummen, um dann schließlich nie mehr davon loszukommen. Mir liegen leider die Texte (noch) nicht vor, aber ich gehe davon aus, dass, wenn schon die Musik durch diverse Melodien verbunden ist, sich auch textlich zumindest ein grobes Konzept findet. Doch es gibt natürlich nicht nur "diese eine" Melodie, denn die ganze Stunde ist durchzogen von gar wunderschönen Weisen.
HAKEN gelingt das Kunststück, die progmässig kaum zu toppenden 70er (Yes) mit den 80ern (Fates Warning), den 90ern (Dream Theater, Shadow Gallery), den 00ern (Pain Of Salvation) und, oh gott, modernen Sounds zu kombinieren, ohne dabei als weiterer Dream Theater-Clone durchzugehen. Natürlich - ein abgefahrener Instrumentalpart wie beim Monstersong "Pareidolia" findet sich auch auf diversen DT-Blaupausen, aber haben Petrucci und Co schon jemals einen Gesangsoverkill wie "Cockroach King" oder ein kurzes Wunderwerk wie "As Death Embraces" hinbekommen?
Lange Rede, kaum noch Sinn: Prog-Metaller mit Lust auf etwas Besonderes sollten sich "The Mountain" unbedingt in den Schrank stellen.




Label: InsideOut
Veröffentlichung: 03.09.2013

Dienstag, 3. September 2013

Grave - Morbid Ascent (EP)

Nachdem sie letztes Jahr der treuen Fanschar mit „Endless Procession Of Souls“ eines ihrer stärksten Alben überhaupt kredenzten, tingeln die alten Schweden von Grave heuer vor allem über die kontinentalen Festivalbühnen. Da kann es nie schaden, neues Material in petto zu haben, und sei es nur, um den euphorisierten Eventbesucher beim anschließenden Grabbeltisch-Ansteuern in Versuchung zu führen. Wolle Death Metal kaufe?

Freitag, 30. August 2013

Annihilator - Feast

Verflucht, haben Annihilator in ihrer gefühlt endlosen Karriere mittlerweile Hits angesammelt! Über siebzig Minuten dauert alleine die dem neuen Album beliegende Bonus-CD mit allerlei neu eingespielten, über jeden Zweifel erhabenen Eigen-Classix an, und ist diese mal verklungen, ist das erste, was dem undankbaren Schreibtischtäter dazu einfällt: „Da fehlt aber noch so einiges.“ Kein „Phantasmagoria“, kein „Human Insecticide“, kein „I Am In Command“...und damit bin ich noch nicht mal über die ersten beiden Alben hinausgekommen. Alle Achtung - diese Band könnte mittlerweile locker eine dreistündige Best-of-Show ohne nennenswerte Längen durchziehen!

Testpost: Ernies 2013 so far

So, zum erneuten Einstand nach langer, langer Zeit tue ich's einfach mal dem Michael gleich und poste testweise die Platten, die mich 2013 bisher mehr oder weniger umgehauen haben...

  1. Deep Purple - Now What?!
  2. Black Sabbath - 13
  3. Witherscape - The Inheritance
  4. Satan - Life Sentence
  5. Procession - To Reap Heavens Apart
  6. Avantasia - The Mystery Of Time
  7. Sacred Steel - The Bloodshed Summoning
  8. Queensryche - Queensryche
  9. Oliva - Raise The Curtain
  10. Manilla Road - Mysterium
  11. Jess and the Ancient Ones - Astral Sabbat (EP)
  12. Lingua Mortis Orchestra feat. Rage - LMO
  13. Amon Amarth - Deceiver Of The Gods
  14. Annihilator - Feast
  15. Stratovarius - Nemesis
  16. Entrails - Raging Death
  17. Spock's Beard - Brief Nocturnes And Dreamless Sleep
  18. Sulphur Aeon - Swallowed By The Ocean's Tide
  19. Wound - Inhale The Void
  20. Jex Thoth - Blood Moon Rise
  21. Saxon - Sacrifice
  22. Revel In Flesh - Manifested Darkness
  23. Black Star Riders - All Hell Breaks Loose
  24. Alice In Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
  25. Huntress - Starbound Beast

Damit hätten wir auch in etwa die bunte Palette harter Musik definiert, die ich hier bisweilen antesten werde. Etwas AOR könnte bei Bedarf noch dazukommen, Alice In Chains auf Platz 24 dürfte auch schon der äußerste extrem untrue Rand des Spektrums sein (mein 20 Jahre jüngeres Ich würde trotzdem sicher einen Terminator auf mich durch die Zeit jagen, wüßte er, dass die jemals in einer Top-Liste von mir auftauchen sollten). In diesem Sinne - Onward! Is this thing on?
Ernst Zeisberger

Dienstag, 27. August 2013

Cultes Des Ghoules - Henbane

Zum ersten Mal seit langer, langer Zeit bin ich richtig hilflos beim Verfassen eines Reviews. Wäre ich seit 25 Jahren ein beinharter Black Metaller, dann fiele es mir mit Sicherheit leichter, hier genau darzustellen, an welchen Stellen die Polen von CULTES DES GHOULES an welchen Mayhem-Song erinnern oder wo der Einfluss der norwegischen 90er-BM-Elite am stärksten zu Tage tritt. Da ich das aber nicht bin und immer nur "ein wenig" in dieses spannende Genre reinschnuppere (in der näheren Vergangenheit zugegebenermaßen etwas mehr...) bleibt mir nach etlichen Hördurchgängen dieses Albums nur zu konstatieren: Das ist definitiv eines der verstörendsten, finstersten und bösesten Hörerlebnisse, die ich jemals durchleiden musste. Normalerweise schmeiße ich ein Album direkt in den (mittlerweile ja leider elektronischen) Papierkorb, wenn ich es durchleiden muss, aber "Henbane" fasziniert genau so, wie es abstößt. Stellt euch einen komplett wahnsinnig gewordenen King Diamond vor, der mit alten, instrumentalen Mayhem-Demos in einen Keller voll mit Eierlikör eingeschlossen wird und irgendwie, zwischen etlichen Schlucken Eierlikör, probiert, etwas über die dürftig "produzierte" Musik zu kreischsingen. Heraus kommt dann in etwa sowas wie die ersten Minuten von "Vintage Black Magic" - ein abartiges Stück roher Musik, mal düster-schleppend, mal primitiv knüppelnd. Ja Leute, ich weiß doch auch nicht, wie ich es beschreiben soll, die fünf überlangen Tracks sind gewissermaßen eine noch dreckigere Variante vom TRIPTYKON-Debüt. Man hat jederzeit so eine diffuse Ahnung, was für komplett kaputte Menschen diese vier Musiker sein müssen, wenn sie solche Musik erschaffen - ganz genau will man es aber dann lieber doch nicht wissen.
Ich weiß genau Null über das Standing von CULTES DES GHOULES in der "Szene", weiß nicht, ob das in Wirklichkeit ganz, ganz böse Buben sind, die man aus irgendwelchen Gründen nicht hören darf, eines weiß ich aber ganz gewiss: MGLA, die polnischen Vorzeit-BM'ler, die mich mit dem letztjährigen "With Hearts Toward None" begeisterten und die "Henbane" auch produziert haben, haben einen mindestens ebenbürtigen, schmutzigeren Bruder bekommen. 
Let "The Festival Of Devotion" begin. (MK)



Label:  Under The Sign Of Garazel
Veröffentlichung: 27.01.2013

Sonntag, 25. August 2013

Argus - Beyond The Martyrs

Es sind Bands wie Slough Feg, Pharaoh oder eben Argus, die in den letzten Monaten, ja sogar Jahren, die Fahne des besonderen traditionellen Metals hochgehalten haben. In einem Genre, in dem Stillstand quasi zum guten Ton gehört (und gegen den ich eigentlich auch nie etwas gehabt habe), haben es jene Combos geschafft, sich in dem eng gesteckten musikalischen Rahmen so weiterzuentwickeln, dass die alten Fans bei der Stange bleiben, man aber dennoch auf jedem neuen Album spannende neue Dinge entdecken kann. Nun also Argus, die Dritte. 
Eingehüllt in ein wundervoll detailliertes Artwork (da freut man sich richtig auf das Vinyl) liegt der Nachfolger zum grandiosen "Boldly Stride The Doomed" musikalisch zwar auf der Wellenlänge ebenjenes Werkes, aber, ich sprach davon, es gibt Neues.
Die Gitarrenarbeit des Duos Mucio/Johnson ist tatsächlich noch präziser, noch schneidender, noch begeisternder geworden: Die Soli sind perfekt ausgearbeitet, klingen dabei absolut natürlich und die Twin-Guitar-Leads, die man in jedem der neuen Songs findet, zum Heulen schön. Der abschließende instrumentale Titeltrack bringt die musikalische Vision von ARGUS auf den Punkt: Schleppendes Tempo, hochmelodische Gitarren, ein famoses Gitarrensoli ("The guitar is my sword..."), ein melancholischer Ausklang und ein Schlagzeuger, der auch bei Sabbath keine schlechte Figur machen würde. Auf dem nicht mal eine dreiviertel Stunde langen Album (perfekte Länge!) gibt es keine schwache Note, Sänger Butch Balich liefert seine mit Abstand beste Gesangsleistung ab und auch die Produktion ist natürlich, klar und wunderbar transparent geworden. Qualitativ hochwertige Songs wie den Ohrwurm "The Coward's Path", den perfekt gewählten Opener "By Endurance We Conquer" (wer da nicht bangt, ist tot!) oder "No Peace Beyond The Line", bei dem man doch schon beim Beginn nicht anders kann als auszuflippen, muss man im Metalbereich derzeit lange suchen. Jetzt wird es Zeit, dass auch diese Band endlich einmal mehr Aufmerksamkeit bekommt!

Label: Cruz Del Sur
Veröffentlichung: 04.10.2013

Samstag, 24. August 2013

The Ruins Of Beverast - Blood Vaults (The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer)

Man hätte es sich denken können.
Nachdem in den letzten Wochen tröpfchenweise drei Songs des Nachfolgealbums zum BM-Meisterwerk "Foulest Semen Of A Sheltered Elite" (jetzt auch schon satte vier Jahre alt) als Appetizer veröffentlicht wurden, war klar, dass Meilenwald sich musikalisch nicht unbedingt verschlechtern würde. Ganz im Gegenteil: "Blood Vaults" ist tatsächlich abermals ein überragendes Stück dunkler Musik geworden, welches unbedingt, wie alle Vorgängeralben auch, am Stück genossen werden sollte. Schon das Intro mit der Grabesstimme lässt einen erschauern und vielleicht schon erahnen, was einen in den folgenden fast 80 Minuten erwartet. Düsterer BM mit einigen Ausflügen in den Doom-Bereich, unzähligen musikalischen Details und Schnörkeln sowie Melodien, die einen nie direkt anspringen, die einen aber auch nie mehr loslasssen, hat man sie sich einmal erarbeitet. THE RUINS OF BEVERAST, das ist eigentlich auch nichts Neues mehr, verzichten beinahe völlig auf rasende Knüppelparts, es überwiegen dahinmäandernde, sehr lange Songs, in denen soviel Musikalität steckt, dass man alle Leute, die im Jahr 2013 noch immer behaupten, BM sei stumpfes Geprügel, am liebsten, öhm, verprügeln möchte. Natürlich ist der Gesang extrem, natürlich ist die Musik weit davon entfernt, "angenehm" zu klingen - aber hey! Geht es darum? Soweit ich das mal gelernt habe, ist es im Metalbereich essentiell, etwas zu erschaffen, was die Zeit überdauert, und die wenigste "angenehme" Musik hat das in der Vergangenheit geschafft. Metal war vor langer Zeit einmal eine "böse", verruchte Musik und eben kein Mainstream, der in der ZEIT stattfand. THE RUINS OF BEVERAST gelingt im Jahr 2013 zu jeder Zeit das Kunststück, Kunst und Bösartigkeit, das Schöne und das Biest, zu vereinen. Zu fragen wäre jetzt höchstens, wieso der Mainstream Herrn Meilenwald noch nicht entdeckt hat.
Über "Blood Vaults"schwebt eine einmalige sakrale Atmosphäre, man höre nur mal den Beginn vom mächtigen 10-Pünkter "Maleficia" (am besten unter dem Kopfhörer) oder das fies daherkriechende "Spires, The Wailing City" und wenn man nur ein bisschen übrig hat für Songs, die eben nicht nach fünf lustlosen Durchgängen aufhören, zu einem zu sprechen, ist DAS hier euer eindeutig Album.
Wer noch die Geduld und Muße aufbringt, noch eine Scheibe am Stück anhören zu können statt zu den besten Passagen bei YouTube zu scrollen, für den dürfte "Blood Vaults" das wohl faszinierendste Stück BM seit "Celestial Lineage" sein, welches (es tut mir leid, liebe Feuilletonisten!) euer neues Lieblingskind Watain mal eben alleine in den ersten Minuten des zerstörenden Openers "Daemon" pulverisiert. Wieso gibt es eigentlich keine THE RUINS OF BEVERAST-Coverstories? (MK)

Label: Van Records
Veröffentlichung: 06.09.2013

Freitag, 23. August 2013

Atlantean Kodex - The White Goddess



Ich könnte es mir einfach machen und sagen, „The White Goddess“ sei das beste Metal-Album seit „The Golden Bough“ und überhaupt jetzt schon ein Klassiker. Aber ein paar Worte mehr seien mir gestattet, bevor der Versuch einer Mischung aus Review und „Studioreport“ folgt.
Kein anderes Album, keine anderen Songs habe ich seit Wochen (und die Vorabtracks seit Monaten) so häufig gehört wie „The White Goddess“. Mittlerweile dürften die 100 Hördurchgänge locker voll sein, weshalb ich mir durchaus, auch wenn die Veröffentlichung noch fünf Wochen in der Zukunft liegt, das aus allen Zeilen durchscheinende Fazit erlauben kann: Niemals ist in Deutschland ein besseres Metalalbum entstanden, niemals wurde der Begriff „Epic Metal“ so vollkommen definiert und seit langen Jahren wurde ich niemals mehr so berührt von Musik wie von „The White Goddess“. Wer jetzt wieder laut „Hype!“ schreit, wer das alles zu übertrieben und zu schwurbelig findet, wer mir nicht glaubt: Who cares. Go away.

Los geht es - das Wort hat Manuel Trummer.

Donnerstag, 22. August 2013

Grave Miasma - Odori Sepulcrorum

Nachdem, aus mir unerfindlichen Gründen, die traditionelle Metalszene seit Monaten nicht sonderlich viel hervorbringt (mit den strahlenden Sternstunden Atlantean Kodex (dazu demnächst hier mehr) und Satan gibt es selbstverständlich Ausnahmen) geschieht in den "90er-Trendsportarten" Death- und Black Metal derzeit jede Menge Spannendes. Im DM ragten in letzter Zeit Charon, Sulphur Aeon und natürlich die unvergleichlichen Necros Christos heraus - und das waren nur die deutschen Vertreter.
Auch in England gibt es selbstverständlich Musiker, die sich an die große Zeit des DM Anfang der 1990er erinnern, als beinahe wöchentlich Alben erschienen, die nun als Klassiker gelten. Nach zwei EPs (2009 und 2011 erschienen) bringt der UK-Vierer GRAVE MIASMA den im Underground heiß erwarteten Erstling an den Start. Und "Odori Sepulcrorum" enttäuscht dann auch niemanden. Bis in den Keller tiefer gestimmte Gitarren, denen es bei aller Brutalität immer noch gelingt, ein paar Melodien zu verstecken (Anspieltipp: "Eschatos"!), ein Sänger, bei denen man, ähnlich wie bei den grandiosen Finnen von Krypts zwar kein Wort von dem versteht, was er da singt, aber dafür gibt es ja Booklets beziehungsweise das Einlegeblatt der Vinylausgabe. Es überwiegen die schleppenden, beinahe doomigen Rhythmen, die an alte Asphyx erinnern und die Produktion klingt herrlich nach Kellergewölbe, so dass sich Genrefans, die nach 20 Jahren so langsam aus ihrer Lethargie erwachen, ein weiteres Stilhighlight zu Gemüte führen dürfen. (MK)

Label: Sepulchral Voice Records
Veröffentlichung: 13.09.2013

Dienstag, 20. August 2013

Best Of 2013 - the story so far

Best Of 2013
  1. Atlantean Kodex: The White Goddess
  2. Satan: Life Sentence
  3. The Ruins Of Beverast: Blood Vaults - The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer
  4. Black Sabbath: 13
  5. Procession: To Reap Heavens Apart
  6. Memento Waltz: Division By Zero
  7. Fates Warning: Darkness In A Different Light
  8. A Cosmic Trail: II - Mistral
  9. Sulphur Aeons: Swallowed By The Oceans Tide
  10. Artizan: Ancestral Energy
  11. Krypts: Unending Degradation
  12. Warlord: The Holy Empire
  13. Jess & The Ancient Ones: Astral Sabbat-EP
  14. Steven Wilson: The Raven That Refused To Sing
  15. Below: Below (EP)
  16. Dark Arena: Ode To The Ancients
  17. Dead Lord: Goodbye Repentance
  18. Our Ceasing Voice: That Day In November
  19. Orchid: The Mouths Of Madness
  20. Biffy Clyro: Opposites
  21. Alpha Tiger: Beneath The Surface
  22. Vorum: Poisened Void
  23. Enforcer: Death By Fire
  24. Age Of Taurus: Desperate Souls Of Tortured Times
  25. Sacred Steel: Bloodshed Summoning

Montag, 19. August 2013

Neue Scheiben im Schnelldurchlauf

Watain - The Wild Hunt
Die neue Watain klingt in etwa, wie man es erwarten konnte. Nach dem Erfolg des Vorgängers gibt es eine Stilkorrektur - noch mehr weg vom brachialen BM, hin zu massenkompatibleren Sounds. Das gipfelt in der Bathory-Huldigung "They Rode On", die aber nicht mal ansatzweise die Klasse von Atlantean Kodex (die ja durchaus auch den ein oder anderen Bathory-Song gehört haben) erreicht.

Though Chamber - Psykerion
Eine gute Progressive Metal-Platte mit instrumental deutlichen DT-Anleihen, aber viel besserem Gesang. Ted Leonard kann es halt. Vielleicht zwei oder drei Songs zu lang, ansonsten müssen Stilanhänger hier wohl zugreifen.

Argus - Beyond The Martyrs
Schon die beiden Vorgänger waren exzellente Metalscheiben, das dritte Album ist exakt auf diesem Niveau. Wer Power Doom mag, mag Argus - so einfach kann das sein.